Fonterra senkt Milchpreisprognose deutlich

Der neuseeländische Molkereikonzern Fonterra hat auf die schwache Nachfrage in China reagiert und seine Milchpreisprognose für die Saison 2023/24 spürbar nach unten korrigiert.

AgE |

Wie das Neuseeländische Unternehmen Fonterra vergangenen Freitag mitteilte, wird der Auszahlungspreis für ein Kilogramm Milchfeststoff voraussichtlich zwischen 6,25 NZ$ (3,30 CHF) und 7,75 NZ$ (4,10 CHF) liegen. Gegenüber der vorherigen Einschätzung aus dem Mai wurde das Spannenmittel um 1,00 NZ$ (0,53 CHF) oder 12,5 % auf 7,00 NZ$ (3,70 CHF) gesenkt. In der vergangenen Saison hatte der Milchpreis noch bei 8,20 NZ$ (4,35 CHF) gelegen, im Wirtschaftsjahr 2021/22 auf einem Rekordniveau von 9,30 NZ$ (4.92 CHF).

Weniger Vollmilchpulver nach China

Laut Fonterra-Geschäftsführer Miles Hurrell spiegelt die revidierte Spanne der Auszahlungspreise den anhaltenden Rückgang der Einfuhren von Vollmilchpulver aus dem Grossraum China wider. «Als wir im Mai unsere Prognose für den Erzeugermilchpreis zu Beginn der Saison 2023/24 veröffentlicht haben, geschah dies in der Erwartung, dass die Importnachfrage der Volksrepublik nach Vollmilchpulver mittelfristig steigen wird», erläuterte Hurrell. Seitdem seien die Vollmilchpulverpreise im globalen Handel an der Global Dairy Trade (GDT) insgesamt jedoch um 12 % gefallen.

Der Anteil Chinas am Vollmilchpulverabsatz bei den GDT-Auktionen habe sich unterdurchschnittlich entwickelt. Der Fonterra-CEO führt dies auf den aktuellen Überschuss an Frischmilch in China zurück, der dort eine erhöhte Produktion von Vollmilchpulver bewirkt, was den kurzfristigen Importbedarf verringert. «Die mittel- bis langfristigen Aussichten für die Milchwirtschaft - insbesondere für die neuseeländische - sind jedoch positiv, da die Milcherzeugung in den wichtigsten Exportregionen im Vergleich zum letzten Jahr stagniert», erklärte Hurrell.

Weniger Geld für ländliche Kommunen

Die starke Senkung des Milchpreises könnte laut ersten Analysteneinschätzungen das Bruttoinlandsprodukt Neuseelands um mehr als 2,5 Mrd Euro (2.41 Mrd CHF) schmälern. Es stehe den ländlichen Kommunen weniger Geld zur Verfügung, und die Milchbauern und Milchbäuerinnen dürften in die Verlustzone rutschen. Der Branchenverband DairyNZ schätzt, dass sich die durchschnittlichen Produktionskosten der Milchviehbetriebe in der Saison auf etwa 8,70 NZ$ (4,60 CHF) je Kilogramm Milchfeststoff belaufen werden.

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