Angesichts des Abbaus von zehntausenden Stellen und der schwierigen Lage von Exportwirtschaft und Tourismus stellt sich die Frage, ob sich die Schweiz den starken Franken leisten kann oder den Euro einführen sollte.
Das sei eine gute Frage, sagt Credit-Suisse-Ökonom Claude Maurer. Wenn sich die Eurozone einigermassen erhole und der Wechselkurs sich bei 1,10 Franken stabilisiere, dann sei die Aufhebung des Mindestkurses für die Schweiz verkraftbar.
Der Franken sei eine prozyklische Währung, sagt CS-Ökonom Claude Maurer. In den wirtschaftlich guten Zeiten sei er immer zu schwach, in den schlechten Zeiten immer zu stark. Der Strukturwandel in einer kurzen Zeitdauer sei verdaubar, wenn es der Binnenwirtschaft gut gehe.
Politische Frage
Auf der anderen Seite gebe es sehr viele Vorteile einer eigenen Währung. Der starke Franken führe bis zu einem gewissen Grad dazu, dass die Schweiz so eine fitte Exportindustrie habe. Im Endeffekt sei es eine politische Frage, ob die Schweiz eine eigene Währung habe. «Der Schweizer will eine eigene Währung haben», sagt Maurer.
Gleich äussert sich der Branchenverband der Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (Swissmem): «Wir sind in der Schweiz mit unserer eigenständigen Wirtschaftspolitik in der Vergangenheit gut gefahren. Auch wenn zuweilen der Preis hoch ist wie derzeit», sagt Sprecher Ivo Zimmermann. Eine Übernahme des Euro würde einen EU-Beitritt implizieren. Da sei Swissmem dagegen.
Mit den Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Devisenmarkt könne sich die Schweiz im Moment noch den starken Franken leisten, sagt die Direktorin des Schweizer Tourismus-Verbandes, Barbara Gisi. Ein Beitritt zum Euro und damit zur Währungsunion hätte noch diverse Nachteile. «Da wäre ich vorsichtig.»