Gut 21’000 Tonnen Weizen werden deklassiert

Aufgrund guter Erträge gibt es am Getreidemarkt einen Angebotsüberhang. Um Preisdruck zu verhindern, werden über 20'000 Tonnen Brotgetreide zu Futtergetreide deklassiert.

blu/bki |

Der Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV) hat gemäss Mitteilung die qualitative und quantitative Entwicklung der letzten Ernte genau verfolgt.

Letztmals 2020 so grosse Mengen

«Aufgrund der guten Ernten in den Jahren 2025 und 2026 übersteigen die verfügbaren Mengen die Nachfrage der Verarbeiter bei Weitem, sodass Massnahmen zur Marktentlastung erforderlich sind, um einen Preisdruck zu vermeiden», schreibt SGPV.

Entsprechend hat der zuständige Vorstandsausschuss die Deklassierung von 21’413 Tonnen backfähigem Weizen in den Futterkanal beschlossen. Betroffen sind 20’140 t der Kategorie Top, 725 t der Kategorie I und 548 t der Kategorie II. Letztmals wurden im Jahr 2020 Mengen in dieser Höhe (20'965 t) deklassiert. 2021, 2022, 2024 und 2025 musste diese Marktentlastung nicht angewendet werden. 2023 wurden 9236 t deklassiert.

Weitere Deklassierung möglich

Mit dieser Massnahme sollen Angebot und Nachfrage ins Gleichgewicht gebracht werden. «Der Verband übernimmt bereits jetzt im Interesse der Produzenten Verantwortung», heisst es weiter. Ob es sich um die einzige Deklassierung handelt, lässt der Verband offen. Er schreibt: «Weitere Massnahmen zur Marktentlastung im Herbst sind nicht ausgeschlossen.»

Finanziert wird die Deklassierung via Marktentlastungsfonds für Brotgetreide, gespeist durch Produzentenbeiträge. Für die Ernte 2026 liegt der Beitrag bei 0,41 Fr. pro 100 kg. Die Ware wird zwischen dem 24. August 2026 und dem 30. Juni 2027 in den Futterkanal überführt.

Beitrag Marktentlastungsfonds

Der Beitrag wurde 1998 eingeführt und hat zum Ziel, der Produzentenorganisation Mittel zur Verfügung zu stellen, um einen Preissturz zu vermeiden, indem die Menge gesteuert wird. Konkret finanziert dieser Beitrag Exportstützungen im Rahmen der Nachfolgelösung Schoggigesetz und Deklassierungen , welche den Schweizer Brotgetreide-Markt entlasten.

Kommentare (9)

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  • Bauer | 03.09.2026
    Entweder man hat zuviel oder zuwenig. NEIN. Nur falsch verteilt.
  • Housi | 31.08.2026
    Solange Jährlich 800 Sattelschlepper bester CH Broweizen deklassiert werden müssen. Kann ich mein Getreide getrost den Schweinen verfüttern.
  • Ädu | 24.08.2026
    Ich denke, dass wir unser Verhalten und unsere heutige Einstellung zu Nahrungsmittel, irgend wann bereuen. Was passiert mit unseren Wirtschaftskapitänen, wenn das gemeine Volk mal dahinter kommt? Hatte nicht das römische Rich mit solchen, oder ähnlichen Problemen zu kämpfen?
  • Urs | 23.08.2026
    Immer weniger Endprodukte aus der Schweiz… Roland Knäckebrot aus Rumänien, Toastbrot bei Coop nur noch aus Österreich und Deutschland…
  • Silvia Richner | 22.08.2026
    Es fehlt noch wie viel dieses Jahr schon importiert wurde.Auch fehlt dass der Preis schon gedrückt wurde.Sicher bekommen Bäcker und Konsumenten jetzt günstigeres Mehl.
    • Seeländer | 24.08.2026
      Dafür wird der Brotpreis sicher sinken.
  • Niederer | 22.08.2026
    Wir bedanken uns in Bundes Bern für die so tollen Freihandels abkommen die sie mit allen Ländern machen, gegen Leistungen sind ja immer die Landwirtschaftlichen Güter.
    Nur Frage ich mich was wir im Gegenzug von unserer Industrie profitieren können?
    Sicher ist es super wenn unsere Industrie gut läuft allerdings haben wir im Landwirtschaftlichen Bereich kein teuerungs Ausgleich wie sonst bei allen Löhnen wie kann das nur sein.
  • Müller Thomas | 21.08.2026
    Ist der Ukainer Weizen den soviel besser als der Schweizer ? Ich glaube uns werden die falschen Sorten angeboten?
  • Müller | 21.08.2026
    Eigentlich müssten die Mühlen die 22000 t, auf eigene Kosten exportieren, sie haben ja zuviel billige Ware vorher importiert und gut daran verdient, aber bei unseren schwachen Behörden nkönnen sie mit den Bauern machen was sie wollen.
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