Gute Gründe für Viehmärkte

Öffentliche Schlachtviehmärkte sind wichtig für die Preisbildung. Darüber sind sich Landwirte und Händler einig, wie ein Augenschein auf dem Markt in Herzogenbuchsee BE zeigt. Sie haben auch noch andere Vorteile.

Doris Grossenbacher |

Öffentliche Schlachtviehmärkte sind wichtig für die Preisbildung. Darüber sind sich Landwirte und Händler einig, wie ein Augenschein auf dem Markt in Herzogenbuchsee BE zeigt. Sie haben auch noch andere Vorteile.

Um 9.30 Uhr sind bereits die meisten der rund 10 Händler auf dem Viehmarktplatz in Herzogenbuchsee eingetroffen. Lastwagen und Transporter warten darauf, mit Kühen gefüllt zu werden. Auch die ersten Kühe werden von ihren Besitzern auf dem Platz angebunden. Pünktlich um 10 Uhr beginnen das Wägen und die Versteigerung.

Weniger Märkte als früher

Auf 59 Marktplätzen sind in diesem Jahr 752 öffentliche Schlachtviehmärkte für Rindvieh gemeldet. «In den letzen 20 Jahren hat die Zahl der Märkte klar abgenommen», weiss Peter Schneider, Leiter Klassifizierung und Märkte bei Proviande. Während 2004 auf 882 Märkten 65'000 Tiere versteigert wurden, seien es 2013 auf 747 Märkten noch 58'000 Tiere gewesen.

Einen Grund dafür sieht er in der sinkenden Zahl der Bauernbetriebe und in der zunehmenden Laufstall- und Mutterkuhhaltung: «Um die Tiere auf den Markt zu bringen, müssen sie halfterzahm sein.» Dennoch hätten in einzelnen Regionen in letzter Zeit die Auffuhrzahlen wieder etwas zugenommen.

Nach dem Wägen werden die 40 angemeldeten Rinder und Kühe in Herzogenbuchsee den Proviande-Experten vorgeführt. Mit geübten Metzgergriffen klassifizieren sie die Tiere und setzen den Schatzungspreis fest. Da das Angebot an Kühen momentan  gut ist, gibt es kaum Überzahlungen. Anschliessend begeben sich die Landwirte ins kleine Beizli nebenan, wo Walter Hofmann von der Lobag  die Abrechnungen erstellt.

Zum Teil Kantonsbeiträge

Hofmann nennt die Gründe für öffentliche Märkte:

-Die Preisbildung: Angebot und Nachfrage treffen sichtbar aufeinander.
- Die Landwirte haben eine Garantie, dass die Tiere zum Tabellenpreis abgenommen werden.
- Die neutrale Einschätzung durch die Proviande-Experten. Wer nicht einverstanden ist damit, kann sein Tier wieder nach Hause nehmen.
- Die Tiere sind automatisch versichert gegen allfällige, nicht ersichtliche Mängel.
- Im Schlachthof werden zum Teil Leber- oder andere Abzüge gemacht. Verkauft der Landwirt sein Tier über den Markt, erhält er in jedem Fall den Preis, der ihm dort bezahlt wurde.
- Einige Kantone, zum Beispiel der Kanton Bern, bezahlen einen Beitrag für jedes (Verarbeitungs-)Tier, das auf dem Markt versteigert wird plus einen Transportbeitrag von 10 bis 15 Franken.

Nach einer Stunde ist der «Spuk» vorbei. Die letzte Kuh wird verladen, und im Beizli bestellt man die letzte Runde. Die Bauern sind sich einig: Leider sei heute kaum über der Schatzung geboten worden, aber bereits in ein paar Wochen dürften Kühe wieder rarer werden.

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