
Die Richtpreise für Heu in Grossballen wurden erhöht.
Deutz-Fahr
Fabian Gut konnte im Restaurant Mühli in Matzingen TG rund 30 Personen zur Frühlingsversammlung des Schweizerischen Raufutterverbandes (SRV) begrüssen, zu der auch wieder die deutschen Heu- und Strohlieferanten eingeladen waren. Der Präsident des Schweizerischen Raufutterverbandes erläuterte dann die Schweizer Marktsituation.
Nach einem Jahr mit eher schlechter Futterqualität war die Raufutterernte 2025 sowohl mengenmässig wie auch qualitativ gut. Durch den warmen und trockenen Frühling sowie Hagel und Starkregen im Frühsommer gab es allerdings regionale Unterschiede, wobei die Raufutterernte überwiegend im passenden Vegetationsstadium und mit guten Wetterkonditionen erfolgen konnte.
Stroh wird zunehmend knapper
Die Heuqualität 2025 war sehr erfreulich und die Nachfrage sehr gut. Heu und Emd vom letzten Jahr sind schweizweit flächendeckend gut verfügbar, und aus dem Jahr 2024 gibt es noch einige Überhänge, allerdings in merklich schlechterer Qualität. Zudem gibt es auch noch eine gewisse Menge an Belüftungsheu. Beim Stroh zeigt sich ein ähnliches Bild. Nach einem guten Start haben drei Wochen Regen die Ernte unterbrochen, die im August aber erfolgreich abgeschlossen werden konnte.
«Trotz der guten Ernte wird das Stroh bis zum Sommer nur noch knapp reichen.»
«Trotz der guten Ernte wird das Stroh bis zum Sommer nur noch knapp reichen», sagte Gut und bemerkte, dass die grossen Lager verschwinden werden, weil nur noch bestellt, wer etwas braucht. Im Strohmarkt der Schweiz geht die Nachfrage auch zurück, weil die neuen Ställe auf automatisierte Einstreuungen umrüsten. Fritz Neuhöfer, 1. Vorsitzender des deutschen Raufutterverbandes, bemerkte, dass es beim deutschen Strohmarkt wegen der Trockenheit einen durchschnittlichen Mengenverlust von ungefähr 20 Prozent gab.
Richtpreise wirken als Orientierungswerte
Nur beim ersten Stroh gab es gute Qualitäten, danach haben die Ernten sehr unter den lange anhaltenden Niederschlägen gelitten. Die Erträge waren teilweise so katastrophal, dass in einigen Gegenden tatsächlich nur ein Quaderballen pro Hektare geerntet werden konnte. Neuhöfer stellte fest, dass der Strohpreis in Deutschland ein Nord-Süd-Gefälle hat. «Ich kann in Norddeutschland Stroh für unter 10 Euro bekommen, muss dafür allerdings 800 Kilometer weit fahren, und bei einer Tankfüllung für 2’000 Euro fängt man dann ganz schnell zu rechnen an», sagte Neuhöfer.

Die Nachfrage nach Stroh sinkt gemäss Raufutterverband.
Weidemann
In Süddeutschland war auch die Heuernte 2025 generell gut bis sehr gut, und weil der Heumarkt relativ ruhig war, gab es bis in den Winter hinein günstige Preise. In Norddeutschland ist der Raufuttermarkt etwas zurückgegangen, weil die anspruchsvolle Kundschaft mehr süddeutsche Ware gekauft hat, die allerdings auch einiges teurer ist. Der Schweizerische Raufutterverband ist verpflichtet, Richtpreise für den Schweizer Markt abzugeben, die allerdings keine Endverbraucherpreise, sondern nur Orientierungswerte für den Handel sind.
Die Raufutterpreise wurden erhöht
Der SRV-Vorstand wollte beim Stroh die Preise übernehmen, die bei der Generalversammlung im November abgemacht wurden: Aus der Versammlung kam jedoch der Antrag, aufgrund der Knappheit, der weiteren Lieferwege und der höheren Spritpreise ein Signal zu setzen und die Richtpreise um jeweils 2 Franken zu erhöhen. Der Antrag wurde mit 8 Ja- zu 4 Gegenstimmen angenommen. Die neuen Preise pro Dezitonne Stroh gepresst und verladen ab Hof wurden für Grossballen mit 17 und für Kleinballen mit 21 Franken festgelegt. Das sind 2 Franken mehr als im Dezember 2025. Für loses Stroh gilt ein Richtpreis von 5 Franken, und für biozertifizierte Ware wird ein Zuschlag von 3 bis 4 Franken berechnet.
Beim Heumarkt stellte der Vorstand den Antrag, den Richtpreis wegen der guten Qualität um einen Franken anzuheben. Der Vorschlag wurde mit grossem Mehr angenommen. Die neuen Preise pro Dezitonne Heu: stockbelüftet in Grossballen, gepresst, verladen ab Hof, 30 bis 33 Franken; feldgepresst in Grossballen, verladen ab Hof, 18 bis 21 Franken; feldgepresstes Heu in Kleinballen, verladen ab Hof, 22 bis 25 Franken. Für biozertifiziertes Heu wird ein Zuschlag von 10 bis 15 Prozent berechnet. Posten, die vom Handel eingelagert werden müssen, werden diese Richtpreise allenfalls nicht erzielen.


