
In den letzten Tagen wurde in späteren Lagen viel Heu eingebracht. (Symbolbild)
Lydia Felder
Der Vorstand des Schweizerischen Raufutterverbands (SRV) hat die aktuelle Marktsituation beim Raufutter beurteilt und die Richtpreise festgelegt. Diese steigen bei feldgepresstem Heu in Grossballen um einen Franken. Bei belüftetem Heu und solchem in Kleinballen bleiben sie gleich.
Ein Grund für die kleine Anpassung nach oben dürften die tendenziell höheren Beschaffungskosten für den Diesel und das Bindegarn sein.
Bis jetzt weniger geerntet
In der entsprechenden Mitteilung schreibt der SRV-Vorstand, dass die Heulagerbestände grösstenteils aufgebraucht seien. Zur Ergiebigkeit des ersten Schnitts heisst es: «Die Qualität ist im Allgemeinen als gut bis sehr gut einzustufen, die Mengen liegen jedoch etwas unter dem langjährigen Durchschnitt.» Als Grund dafür nennt der SRV den vielerorts eher zu trockenen Frühling.
«Die Qualität ist im Allgemeinen als gut bis sehr gut einzustufen, die Mengen liegen jedoch etwas unter dem langjährigen Durchschnitt.»
Der April war mild und sonnig und das Niederschlagsdefizit ausgeprägt. Angefangen hat die Trockenheit aber bereits im vergangenen Herbst und Winter. Im Blog der Agri Aqua AG, die als Spin-off der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften (Hafl) neu für das von der Hochschule entwickelte Bewässerungsnetz zuständig ist, heisst es: «Nach einer Phase mit deutlich überdurchschnittlichen Niederschlägen im November blieben die Monate Dezember und Januar nahezu niederschlagsfrei.»
Trockenheit verschärft sich
Diese Situation habe die winterliche Wasseraufnahme der Böden eingeschränkt, die jedoch für den Vegetationsbeginn unerlässlich sei. Obwohl der Februar laut Meteo Schweiz überdurchschnittliche Niederschläge gebracht habe, hätten diese Zuflüsse nicht ausgereicht, um das Wasserdefizit nachhaltig auszugleichen. Insbesondere nicht in Böden mit geringer nutzbarer Gründigkeit.
Die Situation hat sich im weiteren Verlauf des Frühlings nicht verbessert und präsentiert sich aktuell besonders angespannt. Der Bund prognostiziert, dass in den meisten Regionen der Schweiz in der nächsten Woche die höchste Trockenheitsstufe erreicht wird.
Markt wartet auf neue Ernte
Nichtsdestotrotz ist es noch früh im Futterbaujahr. Der SRV-Vorstand schreibt: «Die kommenden Schnitte sowie das Gedeihen weiterer Futterpflanzen wie Mais, Futterkartoffeln oder Futterrüben werden über Angebot und Nachfrage im Futtermarkt entscheiden.» Der SRV geht aber für die weitere Saison von einem festen Preisniveau für Heu aus und empfiehlt darum, «die Planung der Winterfütterung frühzeitig vorzunehmen und rechtzeitig Mengen zu sichern». Allgemein weist der Vorstand des Raufutterverbands darauf hin, langfristige Partnerschaften zwischen den Produzenten, dem Handel und den Abnehmern zu pflegen, um die Versorgungssicherheit und die Planbarkeit zu erhöhen.
Rund ums Stroh schreibt der Raufutterverband in der Mitteilung, dass die Lagerbestände grösstenteils abgebaut seien und der Markt auf die neue Ernte warte. Diese hat bei der Wintergerste mancherorts schon begonnen. Der SRV-Vorstand erwartet eine normale bis leicht unterdurchschnittliche Strohernte und schreibt, dass die Nachfrage erfahrungsgemäss im Spätsommer und im Herbst zunehme.
Richtpreise Ernte
Dreimal pro Jahr – im Frühling, Sommer und Herbst – gibt der Schweizerische Raufutterverband (SRV) die Richtpreise für Heu und Stroh bekannt. Diese basieren auf der aktuellen Marktsituation, der bereits eingefahrenen Ernte und den Erwartungen für den Verlauf der weiteren Vegetationszeit.
Richtpreise Ernte 2026
Dreimal pro Jahr – im Frühling, Sommer und Herbst – gibt der Schweizerische Raufutterverband (SRV) die Richtpreise für Heu und Stroh bekannt. Diese basieren auf der aktuellen Marktsituation, der bereits eingefahrenen Ernte und den Erwartungen für den Verlauf der weiteren Vegetationszeit.
Seit Mitte Juni gelten die folgenden Preise:
Heu, belüftet, in Klein- oder Grossballen, 30–33 Fr./100 kg
Heu, feldgepresst, in Kleinballen, 22–25 Fr./100 kg
Heu, feldgepresst, in Grossballen, 19–21 Fr./100 kg
Stroh, in Kleinballen, 20 Fr./100kg
Stroh, in Grossballen, 16 Fr./100 kg
Stroh ab Schwad, 6 Fr./100 kg
Die Richtpreise sind laut dem SRV als Orientierungsgrösse zu verstehen, und die Preisspannen dienen dazu, den verschiedenen Qualitäten Rechnung zu tragen. bki



