Höherer Rübenpreis – Aussichten sind jedoch eingetrübt

Die Branchenorganisation Zucker hat den definitiven Produzentenpreis festgelegt. Im Vergleich zum Vorjahr liegt er leicht höher. Ein angespanntes Marktumfeld trübt die Aussichten jedoch ein.

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Bei den Verhandlungen der Branchenorganisation haben die Schweizer Zucker AG und der Schweizerische Verband der Zuckerrübenpflanzer die neuen Preise festgelegt.

«Ausgezeichnetes Ergebnis»

Der Rübenpreis 2025 setzt sich aus mehreren Komponenten zusammen. Zum einen aus einem Grundpreis von 54.50 Franken pro Tonne Zuckerrüben. Der Grundpreis von 53.00 Franken wird gemäss dem von der Branchenorganisation eingeführten progressiven Flächenmodell um 1.50 Franken pro Tonne erhöht. 2025 wurden über 17'000 Hektaren Zuckerrüben angebaut.

Zum Grundpreis hinzu kommt eine Qualitätsprämie von 5,22 Fr./t. «Eine variable Komponente kann aufgrund des angespannten Marktumfelds nicht ausbezahlt werden», schreibt die Branchenorganisation. Der Rübenpreis 2025 beträgt damit 59,72 Fr./t. Das sind 1,72 Franken mehr als 2024 und 22 Rappen mehr als 2023. «Der Abrechnungspreis stellt damit ein ausgezeichnetes Ergebnis für die Produzenten dar», heisst es in der Mitteilung weiter. Der Richtpreis von 61 Franken pro Tonne Zuckerrüben wurde jedoch nicht erreicht.

-> Zuckerrüben-Richtpreis bleibt 2025 unverändert

EU: Preise halbiert

Das ist auch eine Folge der sich eintrübenden Marktsituation. Der europäische Zuckermarkt befindet sich in einer schwierigen Lage. Die Preise sind am Sinken. Gemäss der Branchenorganisation sind dafür mehrere Gründe verantwortlich. Die hohen Erntemengen 2025 haben zu einem Anstieg der Lagerbestände geführt. Der Angebotsüberhang bei den Rüben wiederum führt zu zusätzlichem Preisdruck beim Zucker.

Insgesamt liegen die Preise heute deutlich unter den Höchstwerten der Jahre 2023/24. Gemäss Mitteilung erreichte der europäische Zuckerpreis bis zu 1'000 Euro (922 Fr.) pro Tonne, aktuell bewegt er sich bei rund 500 Euro (461 Fr.) pro Tonne. Als Massnahme gegen die sinkenden Preise haben mehrere Länder angekündigt, die Anbauflächen zu reduzieren.

Grundpreis wird auch 2027 sinken

Gleichzeitig haben sich die Absatzmöglichkeiten der Schweizer Lebensmittelindustrie verschlechtert. «Insbesondere die Nachfrage nach Schokolade ist infolge der von den USA erhobenen Zölle sowie der sich verschlechternden Wechselkurse zurückgegangen», schreibt die Branchenorganisation. Einzelne Unternehmen würden deshalb Teile ihrer Produktion an «wettbewerbsfähigere Standorte im Ausland» verlagern.

Zuckerrübe

Auf einer Hektare wachsen bis zu 90’000 Pflanzen, woraus 10’000 bis 15’000 kg Zucker gewonnen werden. Das Anbaugebiet erstreckt sich vom Genfersee über den Jura, das Mittelland und die Zentralschweiz bis ins Rheintal. Von der Aussaat erfolgt Mitte März, die Ernte beginnt Ende September.

Eine Besserung ist vorderhand nicht in Sicht. «Nach heutiger Einschätzung ist mit einer nachhaltigen Erholung des Marktes erst für 2028/2029 zu rechnen», heisst es in der Mitteilung. Das hat Auswirkungen auf den Schweizer Rübenpreis. «Eine Senkung des Grundpreises für die Kampagne 2027 ist unvermeidlich», schreibt die Branchenorganisation. Deshalb hat die Interprofession Zucker beschlossen, die Gespräche über den Richtpreis für die Kampagne 2027 auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben.  Für die Ernte 2026 wurde der Grundpreis bereits um 5 Franken auf 48 Franken pro Tonne und der Richtpreis um 6 Franken auf 55 Franken gesenkt.

Zuckerproduktion sichern

Die Branche will den Rübenpreis künftig stärker an die Entwicklung der Zuckerpreise auf den Märkten koppeln. «Das heutige Modell ist zu wenig auf die Dynamik der Märkte ausgerichtet und reagiert auf starke Preisschwankungen zu träge», hält die Branchenorganisation fest. Sie arbeitet an neuen, flexibleren und «marktnäheren» Modellen.

Ziel sei es, die Schweizer Zuckerproduktion langfristig zu sichern. Die sei nur möglich mit einem Selbstversorgungsgrad von über 50 Prozent, zwei Zuckerfabriken und attraktiven Rübenpreise für die Produzenten.

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