Immer weniger Mäster

Wegen den tiefen Preisen haben viele Bauern mit der Kälbermast aufgehört. Der Einheitspreis für Tränker ist und bleibt Wunschtraum.

Marcel Dettling, SVP-Nationalrat aus Oberiberg SZ, wurde im Jahr 2019 zum Präsidenten des Schweizer Kälbermästerverbands (SKMV) gewählt. Infolge der Pandemie konnte er aber erst jetzt, drei Jahre später, seine erste Hauptversammlung vor Ort durchführen. 35 Delegierte folgten seiner Einladung in den «Ochsen» in Schönengrund AR.

Weniger Schlachtungen

Als erfreulich bezeichnete Dettling die schon gut angelaufene Zusammenarbeit mit dem frisch gewählten SKMV-Geschäftsführer Patrick Hotz. Beim Traktandum Jahresbericht wartete der Präsident mit interessanten Fakten auf: «In der Schweiz ist der jährliche Fleischkonsum pro Kopf gestiegen. Das hat man nicht unbedingt erwartet.» Dafür sei aber die Zahl der geschlachteten Mastkälber erneut gesunken.

Mit 190’688 Schlachtungen habe man einen neuen Tiefpunkt erreicht. Dafür verantwortlich sei vorwiegend der Sinkflug der Marktpreise im Jahr 2021. Dieser Umstand habe nicht wenige Produzenten zur Aufgabe der Kälbermast bewogen.

Ziel: Einheitspreis

«Die derzeit hohen Marktpreise für Mastkälber bringen nichts, wenn die Preise für Tränkekälber zu hoch sind», bilanzierte Dettling den aktuellen Geschäftsgang. Ein Delegierter warf ein, dass sich dieses Verhältnis aber in den letzten zehn Jahren, statistisch erfasst, verbessert habe. Ein grosses Anliegen des Kälbermästerverbands sei es, in Zukunft einen national einheitlichen Preis für Tränkekälber einzuführen, so Dettling. Hier sei man aber in Verhandlungen mit den Schweizer Milchproduzenten (SMP) noch ohne Erfolg verblieben.

Sandra Helfenstein vom Schweizerischen Bauernverband (SBV) orientierte die Delegierten über die kommende Abstimmung zur Massentierhaltungsinitiative. «Momentan würde diese unnötige Initiative vom Schweizer Volk mit 54 Prozent Ja-Stimmen angenommen. Nur 27 Prozent Nein-Stimmen sind derzeit vorhanden. Das soll euch aufrütteln.»

Helfenstein erläuterte den Bauern die Strategie des SBV zur Bekämpfung der Massentierhaltungsinitiative. Als besonders wichtig taxierte sie dabei die Aufklärungsarbeit. Diese solle sowohl im nahen als auch im weiten Umfeld der Landwirtschaft mit gut verständlichen Begründungen stattfinden.

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