Import von Futtermitteln deutlich gestiegen

Die Importabhängigkeit der Schweiz wächst. Die Einfuhr der wichtigsten energiereichen Futtermittel hat von 2014 bis 2024 um 36 Prozent zugenommen. Das geht aus einem Beitrag des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW) hervor.

blu/pd |

Futtermittel sind eine bedeutende Vorleistung für die Produktion tierischer Erzeugnisse. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) hat in einem Bericht die Entwicklung der Importmengen der wichtigsten Futtermittel untersucht.

Massive Zunahme bei Futtermais

Futtermittel werden grob in energiereiche und eiweissreiche Futtermittel eingeteilt. Zu den wichtigsten importierten energiereichen Futtermitteln gehören Futterweizen, Futtermais und Futtergerste. Insgesamt hat der Import dieser Futtermittel von 2014 bis 2024 um 36 Prozent zugenommen. Am stärksten gestiegen sind mit 99 Prozent die Futtermaisimporte. «Der Import ist 2024 also in etwa doppelt so hoch wie 2014», schreibt das BLW.

Berechnung

Die prozentualen Entwicklungen von Mengen werden anhand gleitender Dreijahresdurchschnitte berechnet. Dadurch werden Ausreisser weniger stark gewichtet. Für die prozentuale Entwicklung der Jahre 2024 und 2014 wird beispielsweise die Durchschnittsmenge der Jahre 2022, 2023 und 2024 sowie die Durchschnittsmenge der Jahre 2012, 2013 und 2014 verwendet.

Die Futterweizenimporte stiegen im gleichen Zeitraum mit 17 Prozent deutlich weniger stark. Der Import von Futtergerste hingegen ist rückläufig und liegt 2024 acht Prozent tiefer als 2014.

Höchster Auslandanteil bei Futterweizen

Anhand der inländischen Produktion hat das BLW die Importanteile für den Schweizer Markt ermittelt. 2024 wurden demnach ungefähr 58 Prozent des in der Schweiz vermarkteten Futtermaises importiert. Bei Futterweizen waren es 83 Prozent und bei Futtergerste 32 Prozent. Der Importanteil hängt dabei auch mit Schwankungen der inländischen Produktion zusammen. «Wird in einem Jahr weniger in der Schweiz produziert – beispielsweise wegen der Witterung –, wird im Folgejahr mehr importiert», heisst es im Bericht.

Importiertes Futtergetreide stammt hauptsächlich aus Frankreich und Deutschland. Zwischen 2022 und 2024 kamen 65 Prozent aus Frankreich und 25 Prozent aus Deutschland. Weitere wichtige Herkunftsländer sind Ungarn (3 Prozent) und Rumänien (1 Prozent).

Eiweissreiche Futtermittel: Import steigt weniger stark

Bei den eiweissreichen Futtermitteln ist die Abhängigkeit grösser. Sie werden hauptsächlich für Mischfutter verwendet. Die wichtigsten drei importierten eiweissreichen Futtermittel sind Rückstände aus der Sojaölgewinnung (in der Regel Sojaschrot), Rückstände aus der Rapsölgewinnung (in der Regel Rapsschrot und -kuchen) sowie Rückstände aus der Stärkegewinnung (Weizen-, Mais- und Kartoffelkleber). Der Import dieser drei eiweissreichen Futtermittel in die Schweiz ist zwischen 2014 und 2024 insgesamt um sieben Prozent gestiegen.

Von diesen drei importierten Futtermitteln werden mit Abstand am meisten Rückstände aus der Sojaölgewinnung importiert. Gemäss BLW ist dies einerseits auf die tiefe einheimische Produktion und andererseits auf die Bedeutung als Proteinquelle zurückzuführen. 2024 wurden hierzulande rund 6000 Tonnen Sojabohnen zu Futterzwecken produziert. Im selben Jahr wurden über 235'206 Tonnen Rückstände eingeführt. «Verglichen mit 2014 liegt der gleitende Dreijahresdurchschnitt der importierten Menge 2024 damit um neun Prozent tiefer», heisst es im Bericht.

Europaanteil steigt

Stark zugenommen hat auch die Einfuhr von Rapskuchen. 2024 lag sie 87 Prozent höher als 2014. Die inländische Produktionsmenge von Raps ist im gleichen Zeitraum ebenfalls leicht gestiegen, und zwar um 2 Prozent. Die Importe von Rückständen aus der Stärkegewinnung sind dagegen zwischen 2014 und 2024 ungefähr konstant geblieben.

Das BLW hat auch untersucht, aus welchen Ländern importiert wird. Die eiweissreichen Futtermittel stammen hauptsächlich aus dem europäischen Raum. Beim Sojaschrot gab es grosse Veränderungen. Importe aus Italien und Deutschland haben stark zugenommen. Während 2014 nur zwei Prozent aus Italien und Deutschland stammten, waren es 2024 bereits 86 Prozent. Der Import aus Brasilien nahm stark ab, von 71 Prozent auf vier Prozent. Eine Einschränkung gilt es jedoch zu beachten: Die Herkunft wird zwar erfasst ist, diese muss aber nicht mit dem Ursprungsland der Ware übereinstimmen. Wird brasilianischer Soja beispielsweise in Belgien verarbeitet und das daraus gewonnene Sojaschrot in die Schweiz eingeführt, wird als Herkunft Belgien deklariert.

Stärke aus China

Importe von Nebenprodukten aus der Rapsölproduktion stammen hauptsächlich aus Deutschland. Von 2014 bis 2024 lag dieser Anteil stets zwischen 78 und 93 Prozent. Es folgen Importe aus Frankreich und Österreich. Deren Anteile betrugen 2024 sieben beziehungsweise drei Prozent.

Rückstände aus der Stärkegewinnung kamen zwischen 2014 und 2024 überwiegend aus China – der durchschnittliche Anteil belief sich auf 74 Prozent. Die jährlichen Importanteile schwankten allerdings stark und lagen zwischen 91 und 33 Prozent. In den letzten Jahren ist jedoch ein Rückgang zu verzeichnen.

Preise

Das BLW hat auch die Preise zwischen 2014 und 2024 analysiert. Die verschiedenen energiereichen Futtermittel Mais, Weizen und Gerste sind Substitutionsprodukte. Das schlägt sich auf die Preise nieder. «Sollte der Preis von Futtergerste steigen, kann sie einfach durch Futtermais resp. -weizen ersetzt werden. Das mildert den Preisdruck auf Futtergerste und erhöht den Preis von Futtermais resp. -weizen», heisst es im Bericht. Ausnahme ist der starke Preisanstieg aufgrund des Angriffs von Russland auf die Ukraine 2022 und die damit einhergehenden Engpässe und Unsicherheiten auf den internationalen Märkten.

Die Durchschnittspreise franko Schweizer Grenze unverzollt der betrachteten Futtermittel verlaufen relativ stabil. Der durchschnittliche Preis von Futtergerste lag 2024 bei 22.60 Fr./100 kg, jener von Futterweizen bei 22.30 Fr./100 kg und der Durchschnittspreis von Futtermais beträgt 2024 22.40 Fr./100 kg. Eine Ausnahme war der starke Preisanstieg aufgrund des Angriffs von Russland auf die Ukraine 2022 und die damit einhergehenden Engpässe und Unsicherheiten auf den internationalen Märkten.

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