
IP-Suisse will mit der Ausrichtung auf Qualität, Nachhaltigkeit und Schweizer Herkunft die einheimische Produktion nachhaltig stärken.
zvg
Die Ernte 2025 fiel bei den IP-Suisse-Produzierenden gut aus. Die Gesamtmenge war fast doppelt so gross wie im Jahr zuvor. Die aussergewöhnlich nassen Wetterbedingungen prägten jedoch die Getreidesaison 2024.
Lager gefüllt
Das Hektolitergewicht und der Proteingehalt der Ernte 2025 lagen zudem über dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre, wie IP-Suisse am Montag in einer Mitteilung schreibt. Der Produzentenorganisation gelang es, die Verkaufsmengen zu erhöhen. Sie hätten ein Rekordvolumen erreicht, heisst es weiter.
Dank der guten Ernte konnten die leeren Lager gefüllt werden. Zudem hat IP-Suisse sogenannte «strategische Lager» aufgebaut, um Ernteschwankungen wie 2024 auszugleichen. Dies soll die einheimische Produktion stabilisieren. Doch das Halten von Lagern verursacht Kosten für Logistik, Lagerung und Finanzierung, hält IP-Suisse fest.
Importe machen zu schaffen
Neben den Lagerkosten hat auch der Wettbewerbsdruck Spuren hinterlassen. Zu schaffen machen dem IP-Suisse-Getreide die Importe von tiefgekühlten Teiglingen und Backwaren. Die günstigen Produkte wirken sich auf die einheimische Ware aus. «Diese Entwicklungen und die hohen Lagerkosten prägen die Auszahlungspreise der Ernte 2025, welche leicht tiefer sind als im Vorjahr», hält IP-Suisse fest.
Die durchschnittlichen Produzentenerlöse inklusive Prämien bewegen sich zwischen 52.00 Fr./dt (-1 Fr. gegenüber 2024) beim Roggen, 58.80 Fr./dt beim Weizen 2 (-1.50 Fr.), 60.30 Fr./dt beim Weizen 1 (-1 Fr.), 62.30 Fr./dt beim Weizen Top (-2.45 Fr.) sowie 66.50 Fr./dt beim Weizen TopQ (-1.90 Fr.) für Extenso sowie zwischen 62.00 Fr./dt (-1 Fr.) und 76.50 Fr./dt für pestizidfreien Weizen (-1.90 Fr.).
Die Erlöse 2025 bewegen sich damit wieder auf dem Niveau von 2023.
Höhere Preise bei Ölsaaten
Die Kosten für die Lagerung und den Transport der Ware in Drittlager werden solidarisch von allen IP-Suisse-Produzenten getragen. «Diese Kosten werden daher auch den Mühlen in Rechnung gestellt, an die Produzenten direkt liefern. Er beträgt 1.00 Fr./100 kg», heisst es in der Mitteilung.
Bei den Ölsaaten hingegen sind die Preise im Vergleich zur Ernte 2024, mit Ausnahme beim Raps, gestiegen. Beim HOLL-Raps, den Sonnenblumen und den HOLL-Sonnenblumen beträgt der Anstieg 3 Fr./100 kg.
Preisdruck auch 2026
Die Prognosen für die Ernte 2026 sind bei IP-Suisse durchmischt. Der hohe Lagerbestand sowie der Preis- und Importdruck dürften die Vermarktung herausfordernd machen, heisst es. «Abhängig von der Mengensituation nach der nächsten Ernte sind zusätzliche marktlenkende Massnahmen zu prüfen, um das Marktgleichgewicht zu sichern», schreibt die Produzentenorganisation.



