
Die Brotweizenfläche wird für die Ernte 2026 im Vergleich zum Vorjahr höher eingeschätzt.
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Die Branchenorganisation für Getreide, Ölsaaten und Eiweisspflanzen, Swiss Granum, hat erste Angaben zu den Flächen und Erntemengen publiziert. Sie weist darauf hin, dass es sich um provisorische Schätzungen handelt, die eine erste Prognose darstellen. Für die geschätzten Flächen wird ein entsprechender Fehlerbereich ausgewiesen.
Montalbano Nummer 1
Die ersten Zahlen sind aber trotzdem aufschlussreich. Die Brotweizenfläche ist im Vergleich zum Vorjahr um 2'200 ha oder 3,1 Prozent auf 73’750 ha ausgedehnt worden. Bei den Anteilen der Qualitätsklassen nehmen die Klassen TOP und II auf Kosten der Klasse I leicht zu.
Den grössten Anteil weist die Klasse TOP mit 71,7% (2024: 71,0%) auf, gefolgt von der Klasse I mit 18,1% (2024: 18,7%) sowie der Klasse II mit 10,2% (2024: 9,9%). Die TOP-Sorte Montalbano liegt mit einem Anteil von 18,1% (2024: 22,7%) am verkauften Brotweizen-Saatgut und einem Anteil von 25,2% in der Klasse TOP auf dem ersten Platz.
Erntemengen ähnlich 2025
Die Dinkelfläche (7200 ha) und die Roggenfläche (2185 ha) werden von Swiss Granum als stabil eingeschätzt. Beim Hartweizen werden für das laufende Jahr noch 165 ha erwartet. Die Bio-Brotgetreidefläche wird auf 11'200 ha geschätzt, ähnlich wie 2025. Der Bio-Anteil am Brotgetreide dürfte rund 13,2% (2025: 13,9%) betragen. Die Brotgetreidefläche insgesamt steigt gegenüber 2025 um rund 2’200 ha auf 84'900 ha.
Die Erntemenge an Brotgetreide wird unter der Annahme von mittleren Erträgen insgesamt auf rund 446‘000 t geschätzt. Davon zählen knapp 440'000 t als Brotgetreide (Brotweizen, Dinkel, Roggen, Emmer/Einkorn, Mischel). «Die Brotgetreidemenge dürfte damit auf dem Niveau von 2025 liegen. Es gilt zu beachten, dass in der geschätzten Erntemenge die Varianz der Ernteerträge nicht berücksichtigt ist», schreibt Swiss Granum.
Weniger Futtergetreide
Beim Futtergetreide nimmt die Fläche um rund 600 ha (+1,1%) auf 59'700 ha zu. Beim Futterweizen steigt die Anbaufläche um rund 170 ha (+1,9%) auf knapp 9’000 ha. Bei der Gerste wurde die Fläche um 450 ha (+2%) auf 23'000 ha und bei der Triticale um 2,6% oder 170 ha auf 6600 ha ausgedehnt. Die Fläche von Hafer wird im Vergleich mit 2025 um 1,7% tiefer eingeschätzt. In der Haferfläche ist auch die Fläche des Hafers für die menschliche Ernährung enthalten. Der Fehlerbereich der Schätzung der Futtergetreidefläche liegt bei +/- 1'430.

Die Futterweizenfläche wurde ausgedehnt.
Bio Suisse
Gesamthaft gesehen kann mit einer Futtergetreideernte von rund 427‘000 t gerechnet werden. Darin nicht inbegriffen ist die allfällig nicht backfähige Menge an Brotgetreide. Die Erntemengen von Gerste und Triticale dürften ausfallen wie 2025, die Futterweizenmenge wird tiefer erwartet. Die Bio-Futtergetreidemenge dürfte etwas tiefer ausfallen als 2025. «Gesamthaft dürfte aus der Ernte 2026 somit weniger einheimisches Futtergetreide zur Verfügung stehen als im vergangenen Jahr», schreibt Swiss Granum.
Weniger Raps
Bei den Ölsaaten sticht der deutliche Rückgang der Rapsfläche ins Auge. Für die Ernte 2026 wurden noch 21'475 ha ausgesät. Das sind 6,4 Prozent oder 1500 ha weniger als 2025. Zum Vergleich: 2023 wurden noch über 25'300 ha ausgesät. Bei den Sonnenblumen hingegen ist die Fläche gestiegen. Sie beträgt rund 7400 ha, leicht mehr als im Vorjahr.

Beim Raps sinken die Flächen.
Thomas Brunner
Bei der Soja ist die Zuteilung höher als im Vorjahr. Bei der Prognose der Sojafläche wird mit einer leichten Zunahme (+70 ha) auf knapp 3’500 Hektaren gerechnet. Insgesamt geht die Ölsaatenfläche 2026 um 4,3% oder 1500 ha auf 32'800 ha zurück, was insbesondere auf einen Rückgang der Rapsfläche zurückzuführen ist.
Die Erntemengen bei Ölsaaten schätzt Swiss Granum auf rund 106‘000 t. Das ist leicht unter dem Niveau der Menge von 2025. Erwartet werden 75'600 t Raps, 21’600 t Sonnenblumen und rund 8’000 t Soja. Eine ähnliche Situation im Vergleich zu 2025 ist für die Mengen der Bio-Ölsaaten zu erwarten.