Mehrere Faktoren lassen Benzinpreis weiter steigen

Tanken in der Schweiz ist zur Wochenmitte wieder teurer geworden. Dabei belasten sowohl politische als auch meteorologische Faktoren. Die Lage könnte sich noch weiter zuspitzen.

awp |

Laut den am Donnerstag publizierten Zahlen des Touring Club Schweiz (TCS) ist der Benzinpreis seit Montag im Schnitt um 3 Rappen gestiegen. Ein Liter Bleifrei 95 kostet demnach 1,87 Franken und Bleifrei 98 1,98 Franken. Diesel hat sogar um 5 Rappen auf durchschnittlich 2,05 Franken aufgeschlagen. Die Preis nähern sich damit wieder den Höchstständen im April und Mai mit 2,04 Franken pro Liter Bleifrei 98 und 2,24 Franken pro Liter Diesel an.

Ende Februar – also vor Beginn des Iran-Kriegs – lagen die Preise noch bei 1,67 Franken für Bleifrei 95, 1,78 Franken für Bleifrei 98 und 1,79 Franken für Diesel.

Der TCS publiziert in unregelmässigen Abständen Schätzungen der aktuellen Benzin- und Dieselpreise in der Schweiz. Diese basieren auf Informationen aus verschiedenen Quellen und Stichproben. Die tatsächlichen Preise können je nach Region und Tankstelle variieren.

Wenig Wasser im Rhein

Ein wichtiger Grund für die höheren Benzinpreise ist der wieder gestiegene Rohölpreis. So kletterte der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent nach den zunehmenden Spannungen am Persischen Golf zuletzt wieder über die Marke von 80 US-Dollar, nachdem er nach den Entspannungen im Iran-Krieg zwischenzeitlich wieder auf fast 70 Dollar gefallen war.

Dies ist laut dem TCS aber nicht die einzige Erklärung. So seien durch den Iran-Krieg auch die Angriffe der Ukraine auf Russland zahlreiche Raffinerien beschädigt worden und diese Kapazitäten fehlten nun. Zudem habe China den Export von raffinierten Treibstoffen zeitweise stark eingeschränkt.

Ferner trage auch der aktuell niedrige Rheinpegel massgeblich zu den aktuell hohen Spritpreisen bei. So hätten sich die Transportkosten über den Rhein innerhalb eines Monats vervierfacht. Dies schlägt laut TCS-Schätzung zusätzlich mit 8,5 Rappen pro Liter auf den Benzinpreis an der Zapfsäule durch.

Eine schnelle Trendwende ist laut TCS nicht in Sicht. «Sollten die aktuellen Marktbedingungen anhalten, dürfte dies den Preisdruck auf Treibstoffe zusätzlich erhöhen», schreibt er.

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