Migros: CO2-Beitrag an Schweizer Bauern

Kunden der Migros können freiwillig bei Einkaufen einen Klimabeitrag für die entstandenen CO2-Emissionen der eingekauften Produkte leisten. Das Geld setzt die Detailhändlerin in der Schweizer Landwirtschaft ein.

Die Migros hat sich ambitionierte Klimaziele gesetzt: Bis 2050 dürfen unter dem Strich keine Treibhausgasemissionen mehr ausgestossen werden.

Für jedes Produkt

Wie das Unternehmen mitteilt, umfasst dies die Herstellung, die Verpackung und den Transport aller angebotenen Produkte. Die Migros will im Unternehmen selbst und auch bei Lieferanten CO2-Emissionen reduzieren. Die Detailhändlerin will auch die Konsumentinnen und Konsumenten in Boot holen.

Wer künftig für seinen Einkauf einen Klimabeitrag leisten möchte, kann dies erstmals auch in Migros-Filialen an den Subito-Stationen tun. Auf jedem eingekauften Produkt wird der CO2-Fussabdruck berechnet. Berücksichtigt werden Emissionen, die bei der Herstellung, der Verpackung sowie dem Transport der Produkte entstehen. Bei Nicht-Lebensmitteln fliesst zudem die Entsorgung der Produkte ein.

Acht Testfilialen

Die Konsumenten können die Höhe steuern. Je klimafreundlicher der Einkauf, desto tiefer der Klimabeitrag. Die entsprechenden Mehrkosten werden vor der Bezahlung deines Einkaufs angezeigt. Der Klimabeitrag pro Tonne CO₂-Emissionen beträgt 25 Franken. Die Migros hat ein Beispiel errechnet: Ein Kilo Bananen schlägt mit 1 Rappen zu Buche, der Liter Milch mit 4 Rappen, 500 Gramm Rindfleisch mit 38 Rappen.

Der Beitrag ist freiwillig. Die Abgabe wird in mehrere Filialen getestet, das System wird noch nicht flächendecken eingeführt. Der Klimabeitrag wird konkret in acht Filialen (Zug (Grabenstrasse), Oberkirch, Degersheim, Winterthur (Obertor), Echallens, Lausanne (Lutry La Conversion), Jona, Zürich (Schaffhauserplatz) an den Self-Checkout-Kassen und im Self-Scanning angeboten.

Wie wird der Klimabeitrag berechnet?

Die Formel für die Berechnung des Klimabeitrags basiert auf den Gewichtsdaten sowie CO2-Emissionswerten. An der Kasse werden die Klimabeiträge für jedes Produkt aufsummiert und als Totalwert ausgewiesen. Für jede Produktegruppe hat die Ökobilanzierungsfirma intep eine detaillierte Ökobilanz der gesamten Lieferkette erhoben.

Der Klimabeitrag pro Tonne CO₂-Emissionen beträgt 25 Franken. Der Klimabeitrag wird wie folgt berechnet: CO₂-Emissionen pro Kilogramm des Produkts x Gewicht x 25 CHF pro Tonne CO₂-Emissionen. Für das Beispiel Bananen bedeutet dies: 0,342 kg CO₂-Emissionen für 1 kg -Bananen x 1 kg x CHF 0,025 pro kg CO₂ = 1 Rappen Klimabeitrag für ein Kilogramm Bananen. Diese Werte wurden durch myclimate verifiziert.

Humusprogramm

Die Beiträge fliessen in den Migros-Klimafonds. Für Emissionen, die im Betrieb der Migros Filialen und Verteilzentralen entstehen, zahlt die Migros einen Beitrag ein. 2022 kamen so 4,8 Millionen Franken zusammen.

Die Gelder investiert die Migros in Klimaschutzprojekte, die zusammen mit der Stiftung Myclimate betrieben werden. «Aktuell wird beispielweise in der Schweiz mit dem Migros-Humusprogramm ein Klimaschutzprojekt umgesetzt, bei dem Landwirtschaftsbetriebe unterstützt werden, die ihre Ackerböden so bearbeiten, dass sie mehr CO2 einlagern», schreibt die Migros.

Kommentare (8)

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  • Muchel | 29.09.2023
    Ein Kilo Rindfleisch schlägt mit 76 Rp. zu buche. Also das 76 Fache eines Kilo Bananen.
    Bananen werden bewässert, gespritzt und mit ach so klimafreundlichem Schweröl her geschippert und dann noch in der Klimakammer gelb gemacht und noch mit LKW transportiert.
    Rinder fressen was wächst, werden kurz ins Schlachthaus gefahren ... und das ist 76 mal Schädlicher.
    Geld frisst Hirn.
  • Thurgauner | 26.09.2023
    Abgehoben das schlechte Gewissen beruhigen.und den Stromverschleiss erhöhen! Rechenzentren wärmen die Umwelt!
  • Wälchli | 20.09.2023
    Und 75% der Mittel zweigt myClimate für die Verwaltung ab.
  • Gesunder Menschenverstand | 20.09.2023
    Hoffe, das keiner mitmacht bei dem CO2 Theater.
    Zuerst freiwillig, später Obligatorisch!
  • Achermann Bernhard | 20.09.2023
    ich bin ja gespannt, wieviel wir Bauern für unseren Wald erhalten, respektive für jeden m3 Bauholz welchen wir produzieren. Der Post ist dies ja gegen 70 Millionen Franken wert.
  • Freidenker | 19.09.2023
    ..... schreibt die Migros;
    was ist denn das wieder für ein Schwindel........
    Die KI lässt grüssen !
  • knechtruprecht | 19.09.2023
    Aus der Reion für die Region, Konsumenten und Produzentenfreundlich.
    Hört doch auf mit der schönmalerei....
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