
Slow Food ist eine internationale Grassroots-Bewegung, die sich für gute, saubere und fair produzierte Lebensmittel einsetzt.
zvg
Am alle zwei Jahre stattfindenden Mitgliederkongress von Slow Food Schweiz sind die Vereinsmitglieder der Empfehlung des Vorstands gefolgt. Mit der Agrarökonomin Dominique Barjolle aus der Romandie und der Deutschschweizerin Muriel Fischer übernehmen nach Angaben des Vereins «zwei ausgewiesene Kennerinnen nachhaltiger Ernährungssysteme» die Leitung der Bewegung, teilt die Organisation mit.
Ernährungssysteme mitgestalten
Muriel Fischer sieht in ihrer neuen Aufgabe die Chance, die Anliegen von Slow Food weiter voranzubringen: «Ich bin davon überzeugt, dass es Slow Food heute mehr denn je braucht – als starke Stimme und lebendige Bewegung für ein besseres Ernährungssystem.». Essen sei für sie weit mehr als Ernährung: «Essen ist politisch, ein wichtiges Kulturgut, Genuss und Lebensfreude.»
Auch die ETH-Dozentin Dominique Barjolle betont die Bedeutung der Bewegung. «Slow Food ist für mich weit mehr als nur eine Bewegung: Es ist die konkrete Umsetzung dessen, wofür ich mich seit über 30 Jahren in meiner Forschung und Lehre einsetze», erklärt sie in der Mitteilung. Landwirtschaft müsse Qualität in den Vordergrund stellen, die Natur respektieren und die Produzentinnen und Produzenten wertschätzen.
Mit der Übernahme des Co-Präsidiums wolle sie dazu beitragen, der Bewegung neuen Schwung zu verleihen. Angesichts des Drucks auf die Ernährungssysteme sei dies «keine Option, sondern eine freudige Dringlichkeit».
3000 Mitglieder in der Schweiz
Der Mitgliederkongress stand unter dem Motto «Die Slow Food-Bewegung: gestern – heute – morgen». Gleichzeitig wurde dem kürzlich verstorbenen Gründer Carlo Petrini gedacht. Vor 40 Jahren hatte er die Bewegung ins Leben gerufen, die sich heute in 160 Ländern für gute, saubere und faire Lebensmittel einsetzt. Verabschiedet wurden zudem die bisherigen Co-Präsidentinnen Laura Rod und Toya Bezzola. Nach zwei Amtsperioden wurden sie von den Mitgliedern mit stehenden Ovationen geehrt.
Slow Food ist eine internationale Grassroots-Bewegung, die sich für gute, saubere und fair produzierte Lebensmittel einsetzt. Weltweit ist sie in 160 Ländern aktiv. In der Schweiz zählt der Verein nach eigenen Angaben knapp 3000 Mitglieder. Slow Food Schweiz wurde 1993 gegründet und engagiert sich für regionale Esskulturen, nachhaltige Ernährung und den Erhalt von Genuss und Geschmack.

