Feste Palm-, Soja- und Rapsölpreise haben den von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) berechneten Preisindex für Pflanzenöle im Juli weiter nach oben getrieben.
Wie die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (UFOP) am Dienstag vergangener Woche in Berlin mitteilte, kletterte der Index im Vergleich zum Vormonat um 7,6 % auf ein Fünfmonatshoch, während der Subindex für Getreide nur geringfügig zulegte. Der FAO zufolge profitierte Palmöl von der Aussicht auf eine Verlangsamung der Produktion in den wichtigsten Erzeugerländern infolge von Überschwemmungen.
Zusätzlichen Auftrieb hätten die weltweit hohe Importnachfrage und die anhaltenden Sorge über den Mangel an Wanderarbeitskräften in Malaysia gegeben. Auch Sojaöl habe sich den Experten in Rom zufolge deutlich verteuert, und zwar wegen des knapperen Angebots in Brasilen. Das Land gehöre zu den wichtigsten Exporteuren am Weltmarkt. Rapsöl habe von der steigenden Nachfrage des Biodiesel- und Lebensmittelsektors der Europäischen Union Unterstützung bekommen.
Derweil konnte sich der FAO-Getreidepreisindex für Juli 2020 im Vergleich zum Vormonat mit einem Plus von 0,4 % gut behaupten. Laut FAO bewegten sich die Weizenpreise trotz des schwächeren Dollars sowie aufgrund Bedenken hinsichtlich der Ernteaussichten in Europa, der Schwarzmeerregion und Argentinien kaum vom Fleck.
Die Fachleute begründeten dies mit dem schleppenden Handel und sehr optimistischen Produktionsprognosen für Australien. Auch die Gerstenpreise seien stabil geblieben. Dagegen hätten sich Mais und Sorghum aufgrund umfangreicher chinesischer Käufe von US-Ware sowie wegen Spekulationen auf Ertragseinbussen durch die Vegetationsbedingungen in den USA verteuert. Für Auftrieb habe auch die Dollarabwertung gesorgt, so die Fachleute in Rom.