Preisdifferenz zum Ausland nimmt zu

Bei der Milch ist eine zunehmende Preisdifferenz zwischen der Schweiz und den Nachbarländern feststellbar.

Bettina Kiener |

Bei der Milch ist eine zunehmende Preisdifferenz zwischen der Schweiz und den Nachbarländern feststellbar.

Der Produzentenpreis für Milch war in den Nachbarländern in den vergangenen zehn Jahren erheblichen Schwankungen ausgesetzt, publizierte das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) im Marktbericht Milch vom Oktober/November 2019.

Nicht ganz so auffallend waren die Preisveränderungen im Inland. Dennoch, so schreibt das BLW, seien die Auswirkungen der EU-Preisschwankungen  mit einer leichten Verzögerung auch bei den Schweizer Milchpreisen feststellbar (siehe Preissteigerungen in den Jahren 2013 und 2017 und Preisrückgänge in den Jahren 2015 und 2016). 

Klare Preisunterschiede

Der Produzentenpreis für Milch (ohne MwSt.) betrug im September in der Schweiz 67.05 Rp./kg, in Östereich 37.53 Rp./kg (–29.52 Rp./kg), in Deutschland 36.24 Rp./kg (–30.81 Rp./kg) und in Frankreich 38.21 Rp./kg (–28.84 Rp./kg). 

Noch vor zwei Jahren war die Preisdifferenz zwischen der Schweiz und diesen drei Nachbarländern deutlich weniger ausgeprägt. Sie betrug im September 2017 für Österreich 19.21 Rp./kg, für Deutschland 18.73 Rp./kg und für Frankreich 23.92 Rp./kg. 

Preisrückgang im Herbst 

Die Milchpreise der EU-Länder rechnete das BLW mit den Wechselkursen der Schweizerische Nationalbank (SNB) in CHF um. Es gilt zu beachten, dass Wechselkursschwankungen (Euro/CHF) die Entwicklung der Milchpreise in den Nachbarländern beeinflussen.

Im September wurde von mehreren Milchkäufern der Zuschlag für «nachhaltige Milch» des A-Segments ausbezahlt. Deshalb stieg der durchschnittliche Schweizer Milchpreis ab Hof (inkl. MwSt.) in diesem Monat im Vergleich zum Vormonat um 1.90 Rp./kg auf 68.77 Rp./kg. Im Oktober war der Preis jedoch bereits wieder wenig rückläufig und sank um 0.67 Rp./kg auf 68.10 Rp./kg. 

Saisonale Gründe

Dieser leichte Preisrückgang im Oktober macht doch etwas stutzig und wirft die Frage auf, ob die Umsetzung der drei Rappen Nachhaltigkeitszuschlag  im Oktober noch etwas  harzte, oder ob eine Milchpreissenkung stattgefunden hat.

Bei der Aaremilch AG habe  im Oktober kein Preisrückgang stattgefunden, gab der Geschäftsführer Donat Schneider auf Nachfrage bekannt. René Schwager, Geschäftsführer der Mooh-Genossenschaft, bestätigte einen Rückgang des Basispreises. Dies sei jedoch ein normaler saisonaler Effekt, und der Basispreis habe sich über das ganze Jahr praktisch genau auf dem Vorjahresniveau befunden: «Der Nachhaltigkeitszuschlag ist zusätzlich beim Produzenten angekommen.» 

Mit einem Rückgang von 1.35  Rp./kg auf 85.67 Rp./kg erfuhr der durchschnittliche Biomilchpreis im Oktober den grössten Preisabschlag. 

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