
Sonnenblumen stellen laut dem SGPV eine willkommene Erweiterung der Fruchtfolge dar.
Anna-Katharina Flükiger
Für die Ernte 2027 konnte jedem Rapsproduzenten die gewünschte Menge zugeteilt werden. Auch neue Produzenten konnten bei der Zuteilung berücksichtigt werden. Die Zielmenge von 106'050 t ist laut der Mittelung das Schweizerische Getreideproduzentenverband (SGPV) mit bisher 75'000 t noch nicht erreicht.
Raps 2027: Anbau zahlt sich aus
Die Kontrakte für den Verkauf der Ernte 2026 seien ausserdem grösstenteils bereits abgeschlossen. Für klassischen Raps zeichnet sich demnach eine Preiserhöhung von rund 3 Franken auf 92 Franken und für HOLL-Raps von rund 4 Franken auf 104 Franken ab. Damit zeichnet sich das vierte Jahr in Folge ein Preisanstieg ab, wie es in der Mitteilung heisst.

Rapsanbau ist bis auf rund 800 Meter über Meer möglich.
Christian Aebersold
«Neben den finanziellen Vorteilen zeichnet sich Raps durch folgende agronomische Vorteile aus: lange Bodenbedeckung, tiefe Durchwurzelung, frühe Ernte, Abwechslung in getreidelastigen Fruchtfolgen, gute Verwertung von Hofdünger, kaum Risiko zur Verschleppung von Erdmandelgras, kein Humusabbau, optimale Bedingungen für Weizen als Nachkultur etc.», erklärt der SGPV. Weiter sei durch das wärmer werdende Klima der Rapsanbau bis auf rund 800 Meter über Meer möglich.
Sonnenblumen 2027: Vertragsmenge steigt auf 30'100 t
Auch bei den Sonnenblumen ist die Vertragsmenge gestiegen. Sie beträgt neu 30'100 t, davon 19'100 t HO-Sonnenblumen. Diese Menge ist laut dem Verband mit bisher 21'000 t noch nicht erreicht. Der SGPV wirbt in seiner Mittelung: «Sonnenblumen können dank neuen Sorten und dem milderen Klima auch in Grenzregionen vermehrt angebaut werden.»
Sonnenblumen eigneten sich zudem für den Anbau gemäss den Vorgaben zum Verzicht auf Pflanzenschutzmittel (ehemals Extenso) und stellten eine willkommene Erweiterung der Fruchtfolge dar, ist der Getreideproduzentenverband überzeugt.
Soja: Zuteilungen decken den Bedarf noch nicht
Schweizer Soja kommt hauptsächlich in der Futtermittelherstellung zum Einsatz. Wie der SGPV schreibt, konnte dort das Angebot die Nachfrage bisher nicht decken. So beträgt die Vertragsmenge für die Ernte 2027 insgesamt 6'500 t. Davon konnten bereits 4'600 t zugeteilt werden. «Zusätzliche Anbauflächen sind gesucht», so der Verband.
Der Versand des Produktepasses wird laut dem SGPV Anfang Juli erfolgen. Auch IP-Suisse-Produzenten hätten sich für den Anbau als ÖLN-Betrieb auf Agrosolution anzumelden. «Je früher die Anmeldung erfolgt, desto besser kann die Vermarktung von Seiten der Ölwerke geplant werden», heisst es von Seiten des Verbands.
Die Anmeldung für den Anbau sowie Flächenausdehnungen sind bei Agrosolution für Raps, Sonnenblumen und Soja weiterhin möglich.