
Für die Düngerherstellung braucht es oft Schwefel.
Baywa
Der Düngemittelhersteller EuroChem hat die Produktion an seinem Phosphatwerk am Standort Lifosa in Litauen eingestellt. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit den Rekordpreisen für Schwefel, einem wichtigen Grundstoff für die Herstellung von Phosphatdüngern.
Das litauische Werk hat eine Produktionskapazität von rund 1 Mio. Tonnen Monoammoniumphosphat (MAP), Diammoniumphosphat (DAP) und NPS-Dünger pro Jahr.
Schwefel wird weltweit knapp
Für die Verteuerung von Schwefel hat vor allem die kritische Lage an der Strasse von Hormus gesorgt. Über diesen Weg wird nahezu die Hälfte der seegestützten Schwefeltransporte abgewickelt. Zudem hat Russland kürzlich das geltende Exportverbot für Industrieschwefel bis zum 31. Dezember 2026 verlängert.
Zuvor hatte bereits China Beschränkungen für die Ausfuhr von Schwefelsäure eingeführt beziehungsweise stark verschärft. Zunächst wurden die Exporte durch Quoten begrenzt und anschliessend ab Mai 2026 faktisch gestoppt, um die heimische Versorgung sicherzustellen, insbesondere für die Düngemittelproduktion.
Produktion wird unrentabel
Der Schwefelmangel hat zu einem Rekordanstieg der Preise für diesen Rohstoff geführt. Ende Juli wurden pro Tonne zwischen 800 und 1'000 Dollar (651 bis 815 Franken) aufgerufen. Am kräftigsten sind die Schwefelpreise in China gestiegen, nämlich auf bis zu 1'300 Dollar (1'059 Franken) pro Tonne.
Nach Einschätzung des Finanzdienstleistungskonzerns S&P Global werden Produktionsanlagen für Phosphatdüngemittel bei Schwefelpreisen von über 800 Dollar (651 Franken) pro Tonne unrentabel.
Werk bereits früher stillgelegt
EuroChem ist einer der weltweit grössten Hersteller von Stickstoff-, Phosphat- und Kalidüngemitteln. Bereits im Jahr 2023 wurde die Anlage in Lifosa in den Ruhemodus geschaltet. Das hatte EuroChem Verluste von schätzungsweise 3 Mio. Euro (2,8 Mio. Franken) pro Monat eingebracht. Erst im Juni 2024 nahm die Anlage die Produktion wieder auf.