Ricola verlangt «beträchtlichen Betrag» an US-Zöllen zurück

Ricola will die wegen der US-Zölle vorgenommene Preiserhöhung in den USA vorerst nicht zurücknehmen. Die Rückforderung zuviel bezahlter Zölle wurde derweil eingeleitet.

awp |

Der Baselbieter Kräuterbonbonhersteller habe nur einen Teil der zusätzlichen Zollkosten an den Handel weitergegeben, sagte CEO Thomas Meier am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. «Von dem her ist es nicht die Absicht, dass wir das zurückfahren», sagte Meier auf die Frage, ob nach dem Rückgang der Zölle eine Preissenkung ein Thema sei.

Man beobachte aber genau, wie sich die Absatzvolumen entwickelten. Falls nötig, seien punktuelle Verkaufs- oder Preisaktionen denkbar. Ricola hat die Preise in den USA um rund 10 Prozent erhöht.

Die USA zählen zu den wichtigsten Märkten des Unternehmens, fast 40 Prozent des Absatzes erfolgt dort. Den Konsumentinnen und Konsumenten seien sich der Mehrkosten bewusst, welche das Unternehmen aufgrund der Zölle zu tragen hatte, und es sei positiv aufgenommen worden, dass man nicht alle diese Kosten weitergegeben habe.

Zollrückforderungen in die Wege geleitet

Dennoch hätte die Zölle das Geschäft belastet, daher habe Ricola Rückforderungen bei den amerikanischen Zollbehörden eingereicht – nachdem der US Supreme Court einen Teil der Zölle für illegal erklärt.

«Es gibt sehr viele Formulare, die wir ausfüllen bei der amerikanischen Zollbehörde. Das haben wir alles gemacht», sagte Meier. Eine Klage habe Ricola im Unterschied zu anderen Unternehmen nicht eingereicht. Zur Höhe der Rückforderung machte Meier keine Angaben, spricht aber von einem «beträchtlichen Betrag».

Mit Blick auf künftige US-Geschäfte rechnet Ricola weiterhin mit Unsicherheiten. Diese dürften nach Einschätzung des CEO auch über die Trump-Administration hinaus bestehen bleiben. Bereits frühere Zölle seien auch nach dem Amtsantritt von Joe Biden grösstenteils bestehen geblieben.

Ricola werde deshalb künftige Geschäftsmodelle für den US-Markt unter Einbezug bestehender Zollrisiken prüfen. Das gelte auch für neue Produkte wie die gemeinsam mit Waterdrop entwickelten Drink Cubes. Ob solche Produkte dereinst in den USA verkauft würden, hänge vom jeweiligen «Business Case» ab, so Meier. Entscheidend sei, ob Ricola gegenüber lokalen Herstellern wettbewerbsfähig sei und zu welchen Preisen die Produkte angeboten werden könnten.

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