
Die Bauernverbände Copa und Cogeca befürchten eine Krise für die EU-Landwirtschaft.
Baywa
Im Januar 2026 importierte die EU nur 179’877 Tonnen Stickstoffdünger, verglichen mit 1’183’728 Tonnen im Januar 2025. Die Importe sind damit auf weniger als 16% ihres üblichen Niveaus gesunken - eine harte Realität, die nun die EU einholt, wie die Bauernverbände Copa und Cogeca in einen Communiqué schreiben.
Bedrohung für Landwirtschaft
Diese Zahlen würden die wiederholten Warnungen von Copa und Cogeca in den letzten Jahren bestätigen. «Landwirtinnen und Landwirte und landwirtschaftliche Genossenschaften haben die EU-Institutionen immer wieder darauf hingewiesen, dass die Umsetzung der CBAM für Düngemittel ohne die notwendigen technischen Sicherheitsvorkehrungen und Marktvorbereitungen die Lieferketten stören und die Kosten für die europäischen Landwirtinnen und Landwirte erhöhen würde», heisst es weiter.
Stickstoffdünger, die direkt von CBAM betroffen sind, machen etwa 46% des gesamten Düngemittelverbrauchs in der EU aus, wobei traditionell mehr als 30 % dieser Menge importiert werden. Eine Reduzierung dieser Grössenordnung könne nicht ohne Folgen aufgefangen werden, warnen die Verbände. Sie stellten eine direkte Bedrohung für die Stabilität der landwirtschaftlichen Produktion in der gesamten EU dar und destabilisierten die Märkte.
Preise steigen
Unterdessen steigen die Düngemittelpreise weiter an. Im Januar 2026 lagen sie um 25% über dem Durchschnitt von 2024. «Wenn man bedenkt, dass Düngemittel durchschnittlich 15% bis 30% der Inputkosten der Landwirtinnen und Landwirte ausmachen und dass der Ackerbau bereits unter starkem Druck steht und zum dritten Mal in Folge negative Margen verzeichnet, könnte diese Situation in vielen Mitgliedstaaten schnell zum Wendepunkt werden», halten Copa und Cogeca fest.

Copa-Cogeca ist der in Brüssel angesiedelte Zusammenschluss von Copa und Cogeca, der beiden grossen landwirtschaftlichen Dachorganisationen.
zvg
Die Lagerbestände geben ebenfalls Anlass zur Sorge. Im Durchschnitt decken die derzeitigen Lagerbestände nur etwa 45 bis 50% des Düngemittelbedarfs der Landwirtinnen und Landwirte für die Ernte 2026, wobei die Bestände in bestimmten Mitgliedstaaten wie Italien und Irland deutlich geringer sind. «Diese Situation berücksichtigt nicht die Vorbereitungen für die Ernte 2027 und unterstreicht die zunehmende Anfälligkeit der Lebensmittelproduktion in der EU», heisst es weiter.
«Gefahr für Ernährungssicherheit»
Copa und Cogeca haben wiederholt einen pragmatischen und verantwortungsvollen Ansatz gefordert. Zu den wichtigsten Forderungen, die bei den Protesten im Dezember und Januar vorgebracht wurden, gehörten die Verschiebung der Umsetzung der CBAM für Düngemittel, bis die technischen Voraussetzungen für eine Vorhersehbarkeit der Preise bei der Einfuhr und Rechnungsstellung gegeben sind, die Vermeidung von Lieferunterbrechungen in der gesamten Lieferkette und die Einführung langfristiger Massnahmen zum Ausgleich der CBAM-bezogenen Kosten für Landwirtinnen und Landwirte.
«Wenn die Importe um mehr als 80% einbrechen, die Preise weiter steigen und die Verfügbarkeit ungewiss wird, handelt es sich nicht mehr um ein theoretisches Problem. Es ist eine unmittelbare Gefahr für die landwirtschaftliche Produktion und die Ernährungssicherheit in der EU», warnen die beiden Verbänden.
Copa und Cogeca fordern die sofortige Aussetzung des CBAM für Düngemittel, um weitere Störungen zu verhindern und die europäische Landwirtschaft zu schützen.Sie fordern zudem strukturelle Massnahmen, um die langfristige Verfügbarkeit und Erschwinglichkeit von Düngemitteln innerhalb der EU sicherzustellen. «Ohne sofortige kurzfristige Maßnahmen droht der Sektor jedoch in eine schwere Krise zu geraten», halten sie fest.