
Im Wirtschaftsjahr 2024/25 wurden rund 53 Mio. Tonnen Getreide ausgeführt,
Hanspeter Rikli
Russland verliert bei der Lagerung jährlich bis zu 7 Mio. Tonnen Getreide durch Schädlinge. Darauf hat nach Angaben der Plattform Agroinvestor der Chef des Föderalen Dienstes für Veterinär- und Pflanzenschutzüberwachung (Rosselkhoznadzor), Sergej Dankwert, auf dem Allrussischen Getreideforum hingewiesen.
Als besonders gefährlich sei der Kornkäfer einzustufen, da nach einem Befall auch die Keimfähigkeit des Getreides deutlich beeinträchtigt sei. Die Keimungsverluste könnten bis zu 90 % erreichen.
Die Verluste sind laut Dankwert auch deshalb sehr gross, weil ein erheblicher Teil der Lagerkapazitäten noch aus Sowjetzeiten stammt. Die Regierung in Moskau hat bereits darauf reagiert. Sie stufte kürzlich Getreidespeicher mit einer Kapazität ab 50’000 Tonnen in die Kategorie «Hochrisiko» ein; künftig müssen sie vom Pflanzenschutzdienst regelmässig kontrolliert werden.
Zuvor galt dies nur für Lagerstätten ab 100’000 Tonnen. Dies hat laut Dankwert allerdings nicht zur Verbesserung der Lagersicherheit beigetragen. Deshalb sollte die Kapazitätsgrenze für Überprüfungen auf 25’000 Tonnen herabgesetzt werden.
Dankwert wies darauf hin, dass die phytosanitären Anforderungen beim Getreideexport oft strenger seien als die in Russland geltenden Standards. Die Importländer hätten lange Listen von Kriterien, deren Einhaltung strikt eingehalten werden müssten.
Um dies zu gewährleisten, müsse das in Russland verwendete System der Rückverfolgbarkeit weiterentwickelt werden. Nur mit wirksamen Informationssystemen sei es möglich, einwandfreies Getreide zu exportieren.
Exporte laufen gut
Landwirtschaftsministerin Oksana Lut hob auf dem Forum hervor, dass Russland seinen Status als Lieferant von qualitativ hochwertigem Getreide aufrechterhalten müsse. Derzeit stelle man einen Anteil von rund 20 % an den weltweiten Weizenexporten. Hauptabnehmer sei Ägypten, gefolgt von der Türkei, dem Iran, Kasachstan und dem Sudan.
Nach Angaben von Lut hat Russland im laufenden Wirtschaftsjahr bis zum 22. Mai rund 52 Mio. Tonnen Getreide exportiert. Bis zum Saisonende am 30. Juni könnte die anvisierte Marke von 60 Mio. Tonnen erreicht werden.
Im Wirtschaftsjahr 2024/25 waren rund 53 Mio. Tonnen Getreide ausgeführt worden. Danach hatte es Anfang dieses Jahres noch nicht ausgesehen. In der ersten Hälfte des Wirtschaftsjahres waren die Getreideexporte nämlich zurückgegangen