Wie das Agroexport-Zentrum des Moskauer Agrarressorts unter Verweis auf vorläufige Schätzungen mitteilte, erhöhten sich die Lieferungen von Schweinefleisch um rund ein Drittel. Der Zuwachs bei Geflügelfleisch betrug 25%, während es bei Rindfleisch 22% waren.
Hälfte Geflügelfleisch
Wertmässig legten Russlands Ausfuhren an Fleisch und Fleischprodukten im vergangenen Jahr um 24% auf einen Rekordwert von umgerechnet 1,64 Mrd. Euro (1,52 Mr. Fr.) zu. Davon entfiel knapp die Hälfte auf Geflügelfleisch, 37% auf Schweinefleisch und 14% auf Rindfleisch. Die Exporte von Geflügelfleisch stiegen gegenüber 2023 um 17% auf 773 Mio. Euro (718 Mio. Fr.). Bei Schweinefleisch wurde ein neuer Höchstwert von 589 Mio. Euro (547 Mio. Fr.) erreicht, wobei das Vorjahresergebnis um 42% übertroffen wurde. Bei Rindfleisch beliefen sich die Ausfuhren auf etwa 222 Mio. Euro (206 Mio. Fr,). Das waren 16% mehr als 2023.
Nach Angaben des Agroexport-Zentrums ist China seit 2019 der grösste Abnehmer von russischem Fleisch. Ersten Schätzungen zufolge sind die Fleischverkäufe in die Volksrepublik im Jahr 2024 um 14% auf 541 Mio. Euro (502 Mio. Fr.) gestiegen. Dahinter folgt Saudi-Arabien, das Fleisch im Gesamtwert von 222 Mio. Euro (206 Mio. Fr.) kaufte; gegenüber 2023 war das eine Steigerung um 90%. An dritter Stelle liegt Weissrussland, dessen Käufe in den ersten zehn Monaten des Jahres bei 218 Mio. Euro (202 Mio. Fr.) lagen, was ein Plus von 10% bedeutet.
Hohe Selbstversorgung
Das Agroexport-Zentrum wies darauf hin, dass Russland mittlerweile eine mehr als 100-prozentige Selbstversorgung mit Fleisch und Fleischprodukten erreicht habe. Das garantiere nicht nur Ernährungssicherheit am heimischen Markt, sondern ermögliche auch eine weitere Steigerung der Exporte. Die Moskauer Marktexperten gehen davon aus, dass die russischen Fleischexporte bis 2030 einen jährlichen Wert von 3,5 Mrd. Euro (3,25 Mrd. Fr.) überschreiten werden. Das wäre gegenüber dem derzeitigen Niveau fast eine Verdopplung.
Der Chef des Nationalen Fleischverbandes (NMA), Sergej Juschin, führt die Exporterfolge unter anderem auf die staatliche Förderung zurück, insbesondere die teilweise Erstattung der Logistikkosten. Positiv wirke sich zudem die Erweiterung des Sortiments aus, inklusive lebender Tiere und Zuchttiere. Das Wachstum der Exporte sei aber auch auf den günstigen Wechselkurs für Lieferungen ins Ausland und die recht stabile Tiergesundheitssituation in Russland begünstigt worden, so Juschin. Das zukünftige Wachstum der Exporte werde weitgehend von der Entwicklung der heimischen Produktion und dem Umfang der staatlichen Unterstützung abhängen.
