SBV: «Wir setzen uns für weniger Importkühe ein»

Wegen der schwierigen Lage am Milchmarkt kommen mehr Metzgerkühe auf den Markt. Am Freitag werden die neuen Importmengen verhandelt. Der Schweizer Bauernverband (SBV) will sich für tiefere Einfuhren einsetzen.

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Der Schweizer Milchmarkt kämpft mit Mehrmengen. Im Vergleich zur Vorjahresperiode werden bis zu 10 Prozent mehr eingeliefert. Die Branchenorganisation Milch (BOM), die Schweizer Milchproduzenten oder die Milchhandelsorganisation Mooh haben die Milchproduzentinnen und Milchproduzenten aufgerufen, die Milchproduktion zu reduzieren, unter anderem mit dem Verkauf von Kühen zum Schlachten.

Preis leicht gesunken

Das Angebot an Metzgerkühen deckt die Nachfrage derzeit gut. Aufgrund der aktuellen Situation am Milchmarkt seien die Angebote bereits steigend, sagte ein Marktkenner Ende letzter Woche gegenüber dem «Schweizer Bauer». Der Proviande-Richtpreis sank um 10 Rappen auf 9.90 Fr./kg Schlachtgewicht (SG) für die Kategorie T3. «Das Angebot an Schlachtkühen deckt die Nachfrage gut», hiess es im Marktbericht des Schweizer Bauernverbands vom 30. Januar.

Der Richtpreis wird aber nicht mehr immer realisiert. Wie dem «Schweizer Bauer» mitgeteilt wurde, gehört hier auch ein grosser Verarbeiter dazu. Der Richtpreis für Kühe liegt aber immer noch über dem Vorjahreswert.

Proviande-VR tagt am Freitag

Der Verwaltungsrat der Proviande wird am Freitag über die Einfuhrmengen von Mitte Februar bis Mitte März beraten. Die Importanträge werden anschliessend an das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) übermittelt. Das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) legt unter Berücksichtigung der Marktlage für jede Einfuhrperiode die Einfuhrmengen fest. Bei den Kühen sind das normalerweise vier Wochen.

Im Verwaltungsrat der Branchenorganisation der Schweizer Fleischwirtschaft sitzt mit Michel Darbellay auch ein Vertreter des Schweizer Bauernverbands (SBV). Der «Schweizer Bauer» hat den stellvertretenden SBV-Direktor gefragt, ob es aufgrund des steigenden Angebots an inländischen Kühen überhaupt Importmengen benötigt. «Es ist immer schwierig zu sagen, wie es sich bei den Kühen entwickelt. Die Anzahl der Kuhschlachtungen ist ein Faktor, der berücksichtigt wird», führt Darbellay aus.

Deutlich mehr Kühe geschlachtet

Ein limitierender Faktor sei eher die Verarbeitungskapazität als die Nachfrage. «Zum Glück ist die Nachfrage für Kuhfleisch sehr gut, und es können weiterhin gute Preise realisiert werden», hält er fest. Die 9.90 Fr./kg SG seien im Vergleich zu den Vorjahren hoch. Wird sich der SBV-Vertreter für tiefere Einfuhrmengen einsetzen? Darbellay verweist auf die höheren Schlachtzahlen. In den vergangenen zwei Wochen seien rund 450 Kühe mehr pro Woche geschlachtet worden als in der Vorjahresperiode. «Aus diesem Grund sollten die Freigaben tiefer sein als normal. Wir engagieren uns dafür», verspricht Darbellay.

Die Schweiz sei aber insgesamt auf Einfuhren angewiesen. Aufgrund der Schlachtkapazitäten und der unterschiedlichen Anlieferungen könne der Markt nicht komplett mit einheimischen Tieren versorgt werden.

Kommentare (3)

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  • Bauer Nachdenklich | 06.02.2026
    Der SBV hätte sich besser informativ und transparentz bildend in den Milchmarkt eingebracht und das im vergangenen Sommer. Sich jetzt als Retter der Schlachtkuhpreise zu profilieren in einem Markt der sowieso selber sehr gut funktioniert, ist fast schon mehr als Überforderung und Hilflosigkeit. Gute Kapitäne kontrollieren den Kurs laufend und korrigieren. Die Schlüsselfiguren der Schweizer Landwirtschaft merken immer erst, wenn sie am Riff abgesoffen sind, das sie auf falschem Kurs fahren.
    • Daniela Nef | 06.02.2026
      Also,so langsam ftage ich mich,was das BLW bewirkt. Dir fahren uns Schweizer Bauern und Bäuerinnen nämlich an die Wand. Es ist eibe Kathastrophe,Milchprodukteimporte zu bewilligen,während in der Schweiz es genug hätte,nur,um den Bauern den Preis zu drücken. Sauerei!! Dieser Parmelin,Rebenbauer und Bundesratspräsident taugt einfach nicht für uns Milchbaurrn. Wenn dieser mal für seinen Wein massiv weniger bekäme,ich glaib,der ging schnell auf Barrikade..Und,wieso darf es nur noch grosse Landwirzschaftsbetriebe geben?, Auch kleinere und mittlere Bwtriebe haben das Rechtexistieren zu dürfen. Aber alles schopped man den Grossen in den Arsch. Ich glaube,ich habe jetzt vielen ais dem Herzen gesprochen,was uns sehr plagt und stört. Das mit dem blöden Schleppschlauch ist auch sowas,es wird einfach aufgezwängt. Und noch etwas. Früher durfte man auf den Schnee güllen,natürlich im Mass,da gab es sooo viel Heu,jetzt ist alles verboten. Ich glaibe,frpher waren die Menschen gescheiter als heute.
    • Ketzer | 06.02.2026
      Das haben Sie aber wunderbar formuliert.
      Sie haben recht, wenn der Stall abgebrannt ist, die Feuerwehr rufen...
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