Seit April handelt Tönnies, der grösste Schlachtbetrieb Deutschlands, selber Vieh. Der dortige Handel ist alarmiert.
Die Fleischbranche in Deutschland ist in Aufruhr. Wie das Magazin «top agrar» in seiner Juni-Ausgabe schreibt, will der grösste Schlachthof Deutschlands innert kurzer Zeit zu einem der grössten Viehhändler werden. Die neu gegründete Tönnies Livestock GmbH plane gemäss eigenen Angaben schon bald mehr als 2 Mio. Ferkel zu handeln. Schweine, Kälber, Fresser, Muni und Kühe sollen künftig ebenfalls zum Geschäft gehören. Damit soll die stufenübergreifende Kommunikation verbessert werden, begründet Tönnies.
Der Handel sei in Alarmstimmung, schreibt «top agrar». Heiner Strömer, Geschäftsführer des Tönnies-Viehhandels, beteuert indes: «Wir wollen dem Viehhandel nichts wegnehmen.» Und ein eigener Fuhrpark sei nicht geplant. Es wird vermutet, dass sich Tönnies gegen sinkende Tierbestände absichern will.
Die Interessengemeinschaft der Schweinehalter befürchtet Knebelverträge, indem Mäster künftig ihre Ferkel nur bekommem, wenn sie dafür die Schlachtschweine an Tönnies liefern. Auch könnte die neue Situation negative Folgen für die Preisfindung haben.