
Im zweiten Quartal haben die Rindfleischpreise laut Rabobank auf fast allen Märkten Höchststände erreicht.
Proviande
Es seien Produktionsrückgänge in wichtigen Märkten wie Europa, den Vereinigten Staaten, Brasilien und China zu erwarten, schreiben die Analysten von RaboResearch in ihrem aktuellen Bericht «Global beef quarterly Q3 2026».
USA importiert deutlich mehr
Den weiteren Angaben nach sind die US-Rindfleischimporte in der ersten Hälfte des Jahres um 11 Prozent auf einen Rekordwert von 3,3 Milliarden Englischen Pfund gestiegen. Insbesondere Australien, Mexiko und Argentinien hätten massgeblich zum Anstieg der Importmengen in die Vereinigten Staaten beigetragen.
US-Rinderkäufer bereiteten sich derzeit auf die Rückkehr mexikanischer Rinderlieferungen in die Vereinigten Staaten vor, nachdem das US-Agrarministerium kürzlich Pläne zur Wiederaufnahme der Importe von lebenden Rindern über die Grenzstadt Douglas (Arizona) angekündigt hatte. Infolgedessen hätten die Rinderkäufer begonnen, ein erhöhtes Angebot an mexikanischen Mastrindern in ihre Markterwartungen einzubeziehen.
Preise auf Höchststand
Im zweiten Quartal haben die Rindfleischpreise laut Rabobank auf fast allen Märkten Höchststände erreicht. Die Detailhandelspreise für frisches Rindfleisch stiegen demnach im April auf den Höchststand von 10 US-Dollar (8,13 Fr.) pro Pfund, während die monatlichen Durchschnittspreise für 500-Pfund- und 800-Pfund-Ochsen auf Rekordhöhen von 5,17 US-Dollar (4,20 Fr.) pro Pfund bzw. 3,68 US-Dollar (3,00 Fr.) pro Pfund kletterten.
«Seit den jüngsten Höchstständen sind die Rinderpreise um 8 Prozent bis 16 Prozent gefallen, wodurch sich die Einnahmen von landwirtschaftlichen Betrieben und Ranches je nach Marktsegment um 200 bis 500 USD pro Tier verringert haben», hiess es weiter.
Rindfleischströme verändern sich
Zudem würden Handelsbeschränkungen weiterhin die globalen Rindfleischströme verändern. So habe Australien von Mai bis Juni einen Rückgang der Exporte nach China um 71 Prozent in Kauf nehmen müssen, wobei die Mengen im Juli auf einem ähnlich niedrigen Niveau blieben. Viele Produkte seien in alternative Zielmärkte umgeleitet worden, wobei Japan, Südkorea, die Vereinigten Staaten und der Nahe Osten im Juni und Juli allesamt deutliche Importzuwächse verzeichnet hätten.
Es sei zu erwarten, dass die brasilianischen Exportmengen im August gesunken sind, da das Land sich seiner Importquotengrenze für Lieferungen nach China nähert. Für das zweite Quartal hatte die Rabbank mit einem Rückgang des weltweiten Rindfleischangebots gerechnet, wobei der Angebotsrückgang im Jahr gesamten 2026 rund 2 Prozent bis 3 Prozent erreichen soll.