Der Detailhändler will seinen Expansionskurs fortsetzen und auch künftig jährlich rund zehn neue Läden eröffnen, wie Coop-Chef Philipp Wyss im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP sagt.
Sie sehen noch Potenzial für zusätzliche Standorte. Wo gibt es Lücken?
Philipp Wyss: Wir prüfen laufend potenzielle Standorte. Während wir in Zürich und Basel enorm stark sowie im Tessin Marktführer sind, sehe ich beispielsweise in der Zentral- und Ostschweiz sowie in Genf und Lausanne noch Potenzial. Zudem auch überall dort, wo die Schweiz wächst. Wir werden auch nach der 1000. Verkaufsstelle weitere Läden eröffnen.
Wie viele neue Coop-Supermärkte wollen Sie in den kommenden fünf Jahren eröffnen?
Üblicherweise eröffnen wir durchschnittlich rund zehn neue Supermärkte pro Jahr. An diesem Kurs wollen wir auch in Zukunft festhalten.
Onlinehandel und Lieferdienste wachsen gleichzeitig. Warum braucht Coop künftig mehr statt weniger physische Supermärkte?
Dies liegt zum einen daran, dass wir jedes Jahr mehr Kundinnen und Kunden in unseren Supermärkten begrüssen und wir nah bei ihnen sein wollen. Zum anderen liegt es am Kundenbedürfnis, für den Einkauf den stationären Supermarkt und Coop.ch zu kombinieren. Entscheidend ist, dass unsere Kunden ihre Produkte dort bekommen, wo sie zu einem spezifischen Moment wünschen.
In Emmen eröffnten Sie einen Megastore. Ist die Zeit solcher Grossflächen nicht vorbei?
Wir prüfen alle Optionen, die sich bieten. Derzeit planen wir beispielsweise einen neuen Megastore im Kanton Zug. Die Tendenz geht aber klar zu kleineren Verkaufsstellen.
Wie viele der 1000 Supermärkte sind heute nicht oder nur knapp profitabel?
Die Wirtschaftlichkeit muss für jeden Standort gegeben sein. Dies prüfen wir jeweils gründlich, bevor wir uns entscheiden, einen Standort zu eröffnen.
Auch Migros, Aldi, Lidl und Spar wollen ihr Schweizer Filialnetz ausbauen. Wie finden Sie überhaupt noch geeignete Standorte?
Wir sind ein verlässlicher Partner von Immobilienentwicklern und bauen auch gerne selbst. Bei der Vergabe von Verkaufsflächen werden wir auch aufgrund unseres vielseitigen Angebots berücksichtigt, das bei unseren Kunden seit vielen Jahren sehr beliebt ist.
Wie stark hat der Wettbewerb um attraktive Flächen die Mieten nach oben getrieben?
Der Schweizer Detailhandel ist heute so umkämpft wie nie. Dies macht sich auch im Wettbewerb um attraktive Flächen bemerkbar.
An Schweizer Bahnhöfen sind die Umsatzmieten teilweise drastisch gestiegen. Lohnt es sich für Coop überhaupt noch, an solchen Hochfrequenzlagen präsent zu sein? Wo liegt für Sie die Schmerzgrenze?
Ja, denn wir haben den Anspruch, nah bei unseren Kunden zu sein. Und das nicht nur in den Bahnhöfen, sondern auch in den Quartieren, auf dem Land bis hinauf in die Bergdörfer.
