In der Schweiz ist Ruchbrot alltäglich. Nicht so in Deutschland. Dies will die Groupe Minnoteries nun ändern.
«Ruchmehl kennt der Deutsche nicht.» Diesen Fakt stellte das deutsche Unternehmen Ireks, der Marktleader für Mehlmischungen und Backzutaten, fest. Das soll sich nun ändern. An der Weltleitmesse für Bäckereien, der Iba in München, die Mitte September stattfand, lancierte Ireks eine neue Brotlinie, gebacken aus «original Schweizer Ruchmehl».
Dies schreibt die Zeitschrift «Alimenta». Eine Flotte von 400 Aussendienstmitarbeitern soll ab sofort dem Mehl international zum Durchbruch verhelfen. Das Mehl stammt von der Bruggmühle in Goldach SG, die zur Groupe Minnoteries, dem grössten Mühlenunternehmen der Schweiz, gehört.
Um welche Exportmengen es sich handelt, kann gemäss Roland Dürring, Geschäftsleitungsmitglied bei der Groupe Minnoteries, noch nicht gesagt werden. «Wir gehen davon aus, dass es sich um geringe Mengen in einem Nischenmarkt handeln wird.» Somit werde es für den Mehlexport mit Bestimmtheit keine zusätzlichen Schweizer Getreideproduzenten benötigen, auch wenn das Ruchmehl aus 100% Schweizer Weizen hergestellt wird. Auch müssten dafür keine zusätzlichen Mehlmengen importiert werden, betont Dürring.
Da es sich um Schweizer Ruchmehl aus Schweizer Getreide handelt, ist die Differenz zum Preisniveau in Deutschland beachtlich. «Ohne die Rückerstattungen über das Schoggigesetz könnte der Export aus preislicher Sicht nicht umgesetzt werden», stellt Dürrig klar. «Wir dürfen stolz sein, dass ein Schweizer Naturprodukt für einmal den umgekehrten Weg gehen darf und rustikale Brote als Zusatznutzen noch Werbung für die Schweiz machen.»