Schweizer Zucker: Gewinneinbruch trotz höherer Produktion

Historisch tiefe Zuckerpreise drücken das Ergebnis der Schweizer Zucker AG im Geschäftsjahr 2024/25 massiv. Trotz höherer Produktionsmenge sinken Umsatz und Gewinn deutlich. Hoffnung geben steigende Anbauflächen und Investitionen in Effizienz und Nachhaltigkeit.

pd/ome |

Die Schweizer Zucker AG schliesst das Geschäftsjahr 2024/25 mit einem Gewinn von 100’000 Franken. Dies ist ein deutlicher Rückgang gegenüber den 4,6 Millionen Franken im Vorjahr. Wie die Schweizer Zucker AG mitteilt, sind die Hauptursache dafür die historisch tiefen Zuckerpreise infolge eines globalen Überangebots. Auf die Ausschüttung einer Dividende wird verzichtet.

Ein Meilenstein ist dagegen der Ersatz des defekten Kalkofens in Frauenfeld. Der neue, gasbetriebene Ofen soll zur Kampagne 2026 in Betrieb genommen werden. Er werde kompakter, effizienter und umweltfreundlicher sein. Damit und unterstreiche die Schweizer Zucker AG das langfristige Bekenntnis zu den beiden Produktionsstandorten Frauenfeld TG und Aarberg BE.

Nochmals tiefere Preise für 2025/26

Trotz leicht gestiegener Absatzmenge wirkte sich der Preiszerfall stark auf den Umsatz aus, der von 294,7 Millionen auf 234,6 Millionen Franken sank. Auch das Rübengeld reduzierte sich auf 88,7 Millionen Franken (Vorjahr 95,6 Millionen Franken).

Demgegenüber standen tiefere Kosten im Warenaufwand (– 25 Millionen Franken) sowie geringere Abschreibungen, ausserordentliche Aufwendungen und Steuern (– 24 Millionen Franken). Dennoch schrumpften Gewinn und Cashflow deutlich. Letzterer fiel von 44,1 Millionen auf 18,6 Millionen Franken

Die Verkaufsmengen stiegen leicht auf 225’800 Tonnen, davon 12’400 Tonnen Bio. Nach Spitzenpreisen von über 1000 Franken pro Tonne haben sich die Zuckerpreise markant abgeschwächt. Auch die Kontrakte für 2025/26 konnten zwar mehrheitlich abgeschlossen werden, jedoch zu nochmals tieferen Konditionen. Der steigende Importdruck belastet zusätzlich.

-> Verlängerte Zuckerrübenkampagne: Entschädigung geregelt

«Swissness» mit nur 40 Prozent Schweizer Zucker

Erstmals spürbar sind zudem die Auswirkungen der Swissness-Regelung. Trotz eines reduzierten Anteils von teils nur noch 40 Prozent Schweizer Zucker (zuvor 80 Prozent) dürfen Produkte weiterhin als schweizerisch deklariert werden. Dies schwächt die Inlandnachfrage. Hoffnung gibt die gute Ernte 2025, die helfen soll, den Selbstversorgungsgrad wieder über die 50-Prozent-Grenze zu bringen.

Positiv entwickelt sich der Rübenanbau. Die Anbaufläche stieg im zweiten Jahr in Folge auf 16’480 Hektaren im konventionellen Bereich. Rund 3900 Produzentinnen und Produzenten beteiligten sich. Daraus resultierten 1,12 Millionen Tonnen Rüben mit einem durchschnittlichen Zuckergehalt von 14,6 Prozent und einem Ertrag von 8,6 Tonnen Zucker pro Hektare. 4557 Hektaren wurden nach IP-Suisse-Standard bewirtschaftet. Die Biofläche wuchs auf 314 Hektaren. Insgesamt wurden 1,6 Millionen Tonnen Rüben verarbeitet. Das sind 104’000 Tonnen mehr als im Vorjahr.

-> Kampagne 25/26: 1’987’235 t Zuckerrüben

Angespannter Markt 

Die internationale Marktlage bleibt angespannt. Politische Unsicherheiten sowie hohe Produktionsmengen in Ländern wie Brasilien und Indien, die von den einst hohen Zuckerpreisen motiviert verstärkt in Zucker und nicht Ethanol investiert haben. Dies führe zu anhaltendem Preisdruck. «Die Zuckerbranche sehnt sich nach einer längst fälligen Preiserholung, und das nicht nur in der Schweiz», schreibt die Zucker Schweiz AG.

Parallel gewinne die CO2-Reduktion an Bedeutung. Mit der Inbetriebnahme eines Niedertemperaturtrockners in Frauenfeld sowie den Holzkraftwerken in Aarberg und Frauenfeld verbessere das Unternehmen seine Energiebilanz kontinuierlich. «Herausforderung ist die CO»-reduzierte Produktion in der Landwirtschaft.» Zusammen mit Partnern aus der Landwirtschaft, wie dem Schweizer Bauernverband oder dem Schweizerischen Verband der Zuckerrübenpflanzer, sei die Schweizer Zucker AG nachdrücklich daran, die Situation kontinuierlich zu verbessern.

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