Die Stützungsbeiträge des Produktionspools Ölsaaten für Soja im Speise- wie im Futtermittelsektor werden im kommenden Jahr gekürzt. Finanzielle Gründe sowie eine stagnierende Nachfrage haben den Schweizerischen Getreideproduzentenverband (SGPV) zu diesem Schritt veranlasst.
Bis zum 19. Oktober 2015 können Landwirte bei Agrosolution Soja und Sonnenblumen für die Ernte 2016 anmelden. Bei der Sojaernte 2016 müssen Produzenten aber tiefere Stützungsbeiträge einkalkulieren.
Nachfrage nicht zunehmend
Wie der SGPV am Dienstag in einem Communiqué mitteilte, werden diese Beiträge für Speise-Soja um 2 Fr. auf 6 Fr./100 kg und bei der Futtersoja gar um 5 Fr. auf 3 Fr./100 kg reduziert. Der Anbau von Soja und Sonnenblumen wird mit den Beiträgen aus dem Produktionspool Ölsaaten unterstützt. 2013 wurde für Futter- und Speisesoja noch ein Beitrag von 10 Fr./100 kg ausbezahlt.
Die Nachfrage nach Schweizer Soja auf dem Speise- wie auf dem Futtermittelmarkt ist gemäss dem Verband nun aber stagnierend. Bei der Futtersoja konnte der Verband eine leichte Erhöhung der Abnahmemenge verhandeln. „Die Abnehmer haben jedoch signalisiert, dass das Absatzpotential beschränkt ist, vor allem für Speisesoja“, schreibt der SGPV.
Die Anbaufläche von Soja wurde in der Schweiz nach Angaben der Branchenorganisation Swiss Granum seit 2011 stetig ausgebaut. Wurde 2011 auf 1‘085 ha angebaut, stieg die Fläche in diesem Jahr auf 1550 ha. Das ist eine Zunahme um 465 ha. Zum Vergleich: Die Fläche bei der Gerste betrug 2015 die Anbaufläche rund 27‘800 ha, beim Futterweizen 7‘400 ha und beim Brotweizen 74‘500 ha. Die steigende Fläche bei der Soja sei wahrscheinlich auf die Landschaftsqualitätsbeiträge zurückzuführen, hält der Verband fest.
Sonnenblumen haben weiteres Potential
Unverändert bleiben im kommenden Jahr die Stützungsbeiträge bei den Sonnenblumen (10 Fr. bei Sonnenblumen und 8 Fr. bei Sonnenblumen HO). Hier besteht gemäss SGPV noch weiteres Marktpotential. „Aufgrund der finanziellen Situation des Produktionspools Ölsaaten und unter Berücksichtigung der Marktlage für Soja und Sonnenblumen hat der SGPV-Vorstand beschlossen, den Sonnenblumen-Beiträgen den Vorrang zu geben“, heisst es in der Mitteilung.
Die Anbaufläche bei den Sonnenblumen ist seit dem Jahr 2011 um rund 550 ha auf 4‘100 ha angestiegen.
Online-Anmeldung
Bisherige Produzenten wurden bereits für die Anmeldung zum Soja- und Sonnenblumenanbau per Email angeschrieben. Wer sich neu für den Sonnenblumenanbau interessiert, kann sich bei Agrosolution AG in Zollikofen (031 910 20 90) melden oder sich direkt auf www.agrosolution.ch einloggen.