Mit der Bestätigung einer sehr guten brasilianischen Sojabohnenernte und bislang besten Aussichten auf einen diesjährigen Produktionsrekord in den Vereinigten Staaten haben sich zuletzt auch für die Nutztierhalter in der Europäischen Union spürbare Entlastungen bei den Futtermittelkosten abgezeichnet.
Parallel zu den Bohnennotierungen gaben die Terminpreise für Sojaschrot auf dem internationalen Parkett seit Anfang Juni kräftig nach. An der Welt-Leitbörse in Chicago wurde das weltweit wichtigste Eiweißfutter mit einem Proteingehalt von 48 % auf Termin mit der Fälligkeit Juli am vergangenen Mittwoch (18.6.) im elektronischen Handel gegen 7:00 Uhr Ortszeit für 455 $/sht (370 Euro/t) gehandelt.
Zum Monatsbeginn war dieser Future in der Spitze noch für 510 $/sht (414 Euro/t) bewertet worden, also um 12 % teurer. Die Stimmung am Markt sei weiterhin „bärisch“. Das halte potentielle Käufer zurück, die auf weiter fallende Kurs hofften, erklärten Händler. Für Oktober-Schrot aus Bohnen der neuen US-Ernte zahlten sie zum selben Zeitpunkt an der Chicagoer Börse 392,5 $/sht (319 Euro); mithin entsprach das einem Abschlag von fast 63 $/sht (51 Euro) zum vorderen Kontrakt. Ausgehend von dem Sojaschrotimportvolumen, welches das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) für die Europäische Union im Wirtschaftsjahr 2014/15 vorhersagt, würde dies einer Einsparung von gut 1,2 Mrd $ (884 Mio Euro) gleichkommen.
Trotz eher stagnierender Vermarktungsmengen tierischer Produkte in der EU, der auch durch die Absatzprognose der europäischen Mischfutterindustrie für 2014 bestätigt wird, geht das USDA von einer Zunahme der Sojaschrotlieferungen in die Gemeinschaft im noch bis Ende September dauernden Vermarktungsjahr 2013/14 um gut 10 % auf 18,7 Mio t aus. Für 2014/15 wird ein weiterer Anstieg um 1,1 Mio t auf 19,8 Mio t vorhergesagt. Da die Einfuhrschätzung 2013/14 um 200 000 t zurückgenommen wurde, steht hinter der Prognose für 2014/15 die Erwartung einer noch dynamischeren Entwicklung.