Der Biscuit- und Zwiebackhersteller Hug wächst wieder. Der Umsatz hat 2016 um 3,2 Prozent auf 113,5 Millionen Franken zugenommen, dies nach einem Minus von 3,5 Prozent im 2015. Für das laufende Geschäftsjahr ist Hug optimistisch. Weniger erbaut ist das Unternehmen über die Swissness-Vorgaben, obwohl alle Hug-Marken die Regeln erüllen.
2015 hatte der starke Franken, der Einkaufstourismus und der heisse Sommer auf den Umsatz gedrückt. 2016 herrschte wieder eine positive Konsumentwicklung bei Biscuits und Cracker in der Schweiz, wie Hug am Mittwoch mitteilte. Die in der Schweiz produzierte Tonnage stieg von 8620 auf 8800 Tonnen.
Export wächst wieder
Zum positiven Ergebnis hätten neben der Konsumentwicklung in der Schweiz vor allem das Wachstum der Marken Dar-Vida und Wernli beigetragen, teilte Hug mit. Auch im Export habe der Umsatz dank der Markenprodukte erhöht werden können. "Dies trotz Kundenabgängen aufgrund der Aufwertung des Schweizer Frankens im 2015", schreibt Hug. Für 2017 werde ein kontinuierliches Wachstum in In- und Ausland erwartet.
Gewinnzahlen veröffentlicht das in Malters LU ansässige Familienunternehmen keine. Weitere Produktionsstandorte sind Willisau LU und Trimbach SO. Total beschäftigt Hug 336 Personen.
100 Prozent Swissness für alle Hug-Marken
Weniger erfreut ist das Familienunternehmen aus dem Kanton Luzern mit der seit Anfang Jahr gültigen Swissness-Gesetzgebung. Dieses sei äusserst bürokratisch und Ende 2015 vom Parlament, angeführt von Bauern- und Konsumentenschutz-Organisationen, verabschiedet worden, schreibt das Unternehmen. Die detaillierten Bestimmungen seien erst im November 2016 erlassen worden. Bereits zwei Monate später habe die Umsetzung erfolgen müssen.
„Die Vorlage grenzt an eine Nötigung der Lebensmittelindustrie durch Politik und Behörden“, sagt Andreas Hug, Geschäftsleiter der Hug. Hug sei es jedoch gelungen, auch dank der Ausnahmeregelung, alle Markenprodukte aus ihrer Produktion mit dem Swissness-Label auf den 1. Januar 2017 auszuzeichnen.
20 Millionen in Standort Schweiz investiert
Die Luzerner halten trotzdem am Standort Schweiz fest. Die angekündigten Investitionen von 20 Millionen Franken in die Automatisierung und Steigerung der Kapazität werden im Frühjahr 2017 abgeschlossen sein. Weitere Investitionen sind bereits in Planung, um den Standort Schweiz zu stärken. Eine eigene Auslandsproduktion steht nicht zur Diskussion. „Wir konzentrieren uns auf laufende Produktivitätssteigerungen in der Schweiz“, sagt Andreas Hug.
Gegründet worden war das Unternehmen vor 140 Jahren in der Stadt Luzern von Joseph Hug. 1913 wurde in Malters eine Zwiebackfabrik eröffnet, 1931 startete die Biscuit-Produktion. 1963 übernahm Hug die Marke Dar-Vida, 2008 Wernli.