Tierschutz lanciert Kompass fürs Tierwohl

Mit dem STS-Label-Kompass möchte der Schweizer Tierschutz mehr Transparenz im Label-Dschungel schaffen. Die digitale Plattform bewertet Tierwohlstandards unabhängig und nachvollziehbar und unterstützt Konsumentinnen sowie die Branche dabei, tierfreundlichere Entscheidungen zu treffen.

pd/ome |

Kaufentscheidungen werden häufig innerhalb weniger Sekunden getroffen und werden auch von Labels beeinflusst. Gleichzeitig fühlen sich viele Konsumentinnen und Konsumenten von der Vielzahl an Kennzeichnungen überfordert. Mit dem STS-Label-Kompass will der Schweizer Tierschutz (STS) diesem Trend entgegenwirken.

Wie der STS mitteilt, bietet die Informations- und Dialogplattform eine «umfassende, transparente und unabhängige Bewertung von Tierwohlstandards» anhand von 14 Tierwohlkriterien, von der Haltung bis zur Schlachtung. Die Plattform schaffe Transparenz, erleichtere fundierte Kaufentscheide und unterstütze sowohl Konsumierende als auch Produzenten dabei, das Tierwohl nachhaltig zu stärken.

Nachfrage beeinflusst das Angebot

Jede Kaufentscheidung könne dazu beitragen, das Tierwohl zu verbessern und Labels sowie Detailhändler zu positiven Entwicklungen zu bewegen, so der STS. Der STS‑Label‑Kompass mache Stärken sichtbar, decke Lücken auf und ermögliche faire Vergleiche. «Verändertes Konsumverhalten schafft echte strukturelle Fortschritte und verbessert das Leben der Tiere nachhaltig», sagt Nicole Disler, Leitung Kompetenzzentrum Tierschutz und Mitglied der STS-Geschäftsleitung.

Die Plattform richte sich an Konsumentinnen und Konsumenten, die mit wenigen Klicks nachvollziehen wollen, wie tierfreundlich ein Produkt hergestellt wurde. Gleichzeitig spricht sie Labelorganisationen, Produzenten, den Handel und Branchenverbände an. Gemeinsam mit diesen Akteuren möchte der STS strukturelle Verbesserungen in der Tierhaltung fördern und den Austausch innerhalb der Branche stärken.

Der Label-Kompass bietet nach Angaben von STS:

  • Fundierte Tierwohlbewertungen basierend auf aktuellen Standards sowie der Fachkompetenz der STS-Kontrollpersonen (der STS ist die einzige Schweizer Tierschutzorganisation mit einem eigenen Nutztierteam und Nutztier-Kontrolldienst)
  • Einen klaren, verständlichen Überblick über Kriterien in Haltung, Transport und Schlachtung, basierend auf einem möglichst artgerechten, tierwohlfreundlichen Umgang mit Nutztieren
  • Neue Analyseinstrumente für die Branche, um Entwicklungen sichtbar zu machen und Daten auszuwerten

Integrierter Fleischkonsumrechner

Zur Plattform gehört auch ein Fleischkonsumrechner. Dieser ermögliche es Nutzerinnen und Nutzern, ihren Fleischkonsum zu reflektieren und die Herkunft tierischer Produkte bewusster zu betrachten, so der Tierschutz. Ziel sei es, einen verantwortungsvollen Konsum zu fördern und Denkanstösse für nachhaltigere Ernährungsentscheidungen zu geben.

«Mit dem STS-Label-Kompass schaffen wir eine Referenzplattform für Tierwohl in der Schweiz. Sie hilft Konsumierenden, sich zu orientieren – und ermöglicht der Branche, strukturelle Verbesserungen gezielt voranzutreiben», sagt STS-Geschäftsführer Marco Mettler.

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