
Exportlieferungen werden über Donauhäfen umgeleitet und anschliessend über das rumänische Constanta auf den Weg gebracht.
zvg
Die internationale Nachfrage nach ukrainischem Weizen bleibt trotz der Aussetzung der Getreideexporte über die Häfen von Gross-Odessa bestehen. Das meldet die Plattform «agrarportal.ua». Aufgrund der verstärkten russischen Angriffe bewerten viele Reeder und Versicherer die Sicherheitslage derzeit als kritisch und laufen deshalb die Terminals nicht mehr an. Mittlerweile werden Exportlieferungen über Donauhäfen umgeleitet und anschliessend über das rumänische Constanta auf den Weg gebracht.
Wiederinbetriebnahme der Schwarzmeerhäfen
Nach Ansicht von Marktexperten ist die Donau zwar weiterhin eine wichtige Alternative für die Exporte. Aufgrund begrenzter Kapazitäten, niedriger Wasserstände und höherer Logistikkosten könne sie jedoch die Tiefwasserhäfen von Gross-Odessa nicht vollständig ersetzen. Die Wiederinbetriebnahme der Schwarzmeerhäfen bleibe daher eine entscheidende Voraussetzung für die Rückkehr zu den gewohnten Exportmengen, so die Fachleute.
Der Präsident der Ukrainischen Getreidevereinigung (UGA), Mykola Gorbatschow, rechnet für die Donau nur mit einem Maximaldurchsatz von etwa 2,5 Mio. Tonnen Getreide, Öl, Mehl und anderer Fracht pro Monat. «Die Donau wird auf die gleiche Weise beschossen wie die Häfen von Gross-Odessa; also wird sie keine vollwertige Alternative sein», gab Gorbatschow zu bedenken. Zudem sei der Wasserstand der Donau mittlerweile auf dem niedrigsten Niveau seit 30 Jahren, weshalb die Schiffe nur noch zu einem Drittel beladen werden könnten.