«Umbau-Prämie war nur befristet»

Coop schlachtet bald gar keine CNf-Kälber mehr, Migros bezahlt weniger. Letzteres sei schon lange klar, sagt IP-Suisse gegenüber «Schweizer Bauer».

Coop schlachtet bald gar keine CNf-Kälber mehr, Migros bezahlt weniger. Letzteres sei schon lange klar, sagt IP-Suisse gegenüber «Schweizer Bauer».

Rund um die Meldung, dass Coop das Kalbfleischlabel Naturafarm per Ende 2019 einstellt, gab es seit Dezember 2018 einige Wirbel in der Branche. In diesem Zusammenhang kritisierte der Schweizer Bauernverband  in einer Mitteilung auch, dass die Migros ab 2019 keine Raus-Prämie mehr für Schlachtkälber bezahle. Der «Schweizer Bauer» hat bei IP-Suisse nachgefragt, wie die Produzentenorganisation zu diesem Entscheid ihres grössten Abnehmers steht.

«Schweizer Bauer»: Was ist der Stand der Dinge bezüglich Labelprämie für IP-Suisse-Kälber seitens der Migros?
Niklaus Hofer, Verantwortlicher Bereich Tierhaltung bei IP-Suisse: Die IP-Suisse-Prämie bleibt unverändert bei 0.80 Franken pro Kilo Schlachtgewicht für ein T3-Kalb. Wir bedauern aber, dass die im Jahr 2013 mit der Migros eingeführte und auf fünf Jahre befristete Zusatzprämie von 0.60 Franken pro Kilo Schlachtgewicht für die Kosten zur Erstellung des Auslaufes bei den Kälbern weggefallen ist. Diese Investitionshilfe, deren Befristung wir von Anfang an kommuniziert haben, ist Ende 2018 ausgelaufen. 

Wie hoch fiel diese Hilfe aus?
Rechnet man die Jahresschlachtungen der fünf  Jahre mit 125 Kilo Schlachtgewicht pro Tier auf, haben die Produzenten durch die Zusatzprämie von den Abnehmern über 11 Millionen Franken zur Finanzierung der Umbauten im Auslauf erhalten. Aber es stimmt, die IP-Suisse-Kälbermäster müssen weiterhin die Tiere in den Auslauf lassen und erhalten nun diese Zusatzzahlung nicht mehr, was natürlich für jeden Produzenten eine Einbusse bedeutet und somit nicht einfach ist. Es ist wichtig, dass sich die IP-Suisse immer wieder für eine angemessene Entschädigung der Mehraufwände in der Labelproduktion einsetzt. Projekte in diese Richtung etwa im Bereich Gesundheit sind bereits am Laufen. 

Sind Mengenkürzungen bei IP-Suisse-Tieren auch beim grössten Abnehmer Migros zu erwarten?

Seit Jahren sprechen sich die Migros und IP-Suisse über Jahresmengen und Prämien ab. Ziel ist es dabei, Angebot und Nachfrage in Einklang zu bringen, was aufgrund der Schwankungen bei Angebot und Nachfrage nie einfach ist. Dabei gab es immer wieder leichte Anpassungen gegen unten oder oben. Wir sind erfreut, dass die Migros, trotz sinkendem Fleischverkauf, letzthin die Mengen und Prämien sämtlicher IP-Suisse-Tiergattungen für das Jahr 2019 unverändert zum Vorjahr bestätigt hat. So gesehen steigt der Anteil an IP-Suisse-Fleisch in der Migros sogar leicht an.

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