Valora schliesst personalfreie Läden

Valora stellt den Betrieb seiner komplett autonom betriebenen Verkaufsstellen namens «avec-Box» ein. Der Detailhändler investiert dafür stärker in seine hybriden «avec 24/7»-Läden.

Die Kundennachfrage sei nicht hoch genug gewesen, um das Ladenkonzept an den angemieteten Standorten langfristig zu betreiben, teilte Valora am Mittwoch mit. Alle acht Avec-Boxen würden nun «in Abstimmung mit den jeweiligen Vermietern» geschlossen.

Am Tag neu Personal

Vom Schliessungsentscheid betroffen sind die Läden in den Zürcher Gemeinden Buchs, Oberohringen und Urdorf, in Arlesheim BL, Liestal BL, Münchwilen AG, Cham ZG sowie in Dörflingen SH. Die erste «avec-Box» war im April 2019 im Zürcher Hauptbahnhof eröffnet, später aber wieder geschlossen worden – es war der erste personalfreie 24-Stunden-Shop der Schweiz.

Rund um die Uhr einkaufen soll jedoch auch in Zukunft bei Valora möglich sein. Denn die sechs «24/7-Stores» erfreuen sich laut dem Detailhändler einer hohen Beliebtheit bei den Kunden. An diesen arbeitet tagsüber normal Personal im Laden, während in der Nacht und am Sonntag auf einen autonomen Betrieb umgestellt wird.

Zutritt mit der App

Vor diesem Hintergrund plant Valora, diese hybriden Stores weiter auszubauen und stärker in den Fokus zu rücken. Ihre Zahl soll auf mehr als 20 Standorte in der Schweiz ausgebaut werden. Dabei sollen die aus dem Betrieb der autonomen Läden gewonnen Erkenntnisse miteinfliessen, wie es heisst.

Die «avec box» kommt nicht nur ohne Personal aus, sondern auch komplett ohne Kassen. Der Zutritt zu den Läden wird einem mit einer App gewährt, über die auch gleich eingekauft und bezahlt wird. Für die «avec 24/7»-Läden ist die App lediglich für die Zeiten im autonomen Betrieb nötig.

In mexikanischem Besitz

Weniger Personal und längere Öffnungszeiten: Unbediente Stores bieten den Detailhändlern offenbar viele Vorteile. So richtig durchgesetzt haben sie sich aber (noch) nicht. Valora etwa betreibt insgesamt mehr als 300 Avec-Formate in der Schweiz – die klare Mehrheit kommt also im «klassischen» Format daher.

Valora betreibt rund 2800 kleinflächige Verkaufsstellen in der Schweiz, Deutschland, Österreich, Luxemburg und den Niederlanden. Neben «avec» gehören unter anderem «k kiosk», Brezelkönig oder Caffè Spettacolo zum Unternehmen. Seit letztem Hebst gehört Valora dem mexikanischen Nahrungsmittelriesen Femsa.

Migros testet das Konzept

Auch der Branchenführer Migros experimentiert mit unbedienten Läden – mit unterschiedlichem Erfolg. Wenig Erfolg war beispielsweise den Bernern bei der Migros beschieden, die dafür die Schnellsten waren: Die Migros Aare ging bereits im Februar 2021 mit einem «Voi Cube» an den Start. Weil die am Ende drei Selbstbedienungsläden ohne Personal nicht rentierten, wurde der Pilotbetrieb aber Ende 2022 beerdigt.

Die Zürcher Regionalgenossenschaft testet dafür seit diesem Frühjahr das eigene Ladenkonzept «Migros teo» in Kloten ZH. Bereits letzten Herbst eröffnete die Migros Ostschweiz ihre ersten beiden «teo»-Filialen in Bürglen TG und in Winterthur ZH. «Die Pilotphase läuft, wird sind so weit zufrieden», sagte ein Migros-Sprecher zur Nachrichtenagentur AWP. Weitere «teo»-Läden seien aber nicht in Planung.

Bei Coop sind personallose Läden hingegen «kein Thema», wie ein Sprecher sagte.

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