
Zulässig ist das Bio-Logo nur auf Produkten, die zu mindestens 95 % aus Bio-Zutaten bestehen und zusätzlich strenge Vorgaben für die verbleibenden 5 % erfüllen.
EU
Die Forschenden haben 2’000 Personen für die inter- und transdisziplinäre Studie «Authentizität und Vertrauen bei Bio-Lebensmitteln. Innovative Kommunikationsansätze entlang der Produktkette und in der Gesellschaft (AVOeL)» befragt.
60 Prozent haben nur Grundwissen
Ziel des viereinhalbjährigen Vorhabens, das vom Bundesprogramm Ökologischer Landbau (BÖL) gefördert wurde, war es, mehr über das Vertrauen in Bio-Produkte zu erfahren.
Die repräsentative Umfrage des Forschungsteams ergab, dass einem Fünftel der Stichprobe nahezu jegliches Wissen über Bio-Qualitäten fehlt. Rund 60 % der Befragten verfügen nur über Grundwissen zu Prozess- und Produktqualität von Bio-Produkten.
Grosses Misstrauen
Nur jeder und jede dritte Befragte ist davon überzeugt, dass die in Deutschland verkauften Bio-Produkte tatsächlich Bio sind. Dagegen stimmten gut 40 Prozent der Aussage «Bei Bio wird viel betrogen» eher zu. Und etwa 30 Prozent sind überzeugt, dass Bio «nur Marketing» sei. Knapp 18 Prozent gehen sogar davon aus, dass sich Bio-Produkte und konventionelle nicht unterscheiden.
Aus Sicht der Forschenden basiert das Misstrauen der Befragten häufig auf oberflächlichem Wissen, Unkenntnis oder überhöhten Erwartungen und Wunschvorstellungen. Nach Einschätzung der Studienautorin Antje Risius liegt dies daran, dass Bio zu einem «überhöhten Symbol rundum guter Lebensmittel» geworden sei. Würden die Erwartungen der Bio-Konsumentinnen und Bio-Konsumenten immer wieder enttäuscht, etwa durch in Plastik verpacktes Bio-Gemüse oder weite Transportwege, so könne dies letztlich das Vertrauen in Bio massgeblich schmälern.
Interaktion vonnöten
Ausserdem haben die Forschenden herausgefunden: Ob Konsumentinnen und Konsumenten im Geschäft zu einem Bio-Produkt greifen, reduziert sich nicht allein, wie bisher angenommen, auf die Frage «Bio oder kein Bio». Vielmehr zeigte sich bei begleiteten Einkäufen, dass das tatsächliche Einkaufsverhalten auch von der konkreten Kaufsituation oder der Produktkategorie abhängt.
Um das Vertrauen in Bio-Qualität zu stärken, reicht es aus Sicht der Forschenden nicht aus, Verbraucherinnen und Verbraucher ausschliesslich auf der kognitiven Ebene anzusprechen. Neben sachlichen Informationen über den biologischen Landbau und die Kennzeichnung von Bio-Produkten sollten soziale Interaktionen, Werte sowie sensorische Erfahrungen eine wachsende Rolle in der Kundenkommunikation spielen.
Im Rahmen des Projektes zeigte sich, dass die erstellten Medien wie Kurzfilme den gewünschten Effekt erzielten: Sie haben die Präferenz und das Vertrauen der Verbraucherinnen und Verbraucher in die Produktkette und Eigenschaften von Bio-Lebensmitteln stärken können.