Warum zu Ostern die Eier knapp werden

Die Nachfrage nach Eiern steigt vor Ostern schneller als die Produktion – das sorgt auch 2026 für eine angespannte Versorgungslage in der Schweiz. Detailhändler rechnen zwar nicht mit einem flächendeckenden Mangel, schliessen kurzfristige Lücken aber nicht aus.

Ostern gilt traditionell als Hochsaison für Eier. In den Wochen vor den Feiertagen greife die Kundschaft deutlich häufiger zu, teilte Coop auf Anfrage der Nachrichtenagentur AWP mit. Vor Ostern verzeichnet der Detailhändler jeweils einen markanten Nachfrageanstieg.

Hoher Bedarf an Freilandeiern

Die hohe Nachfrage ist kein kurzfristiges Phänomen. Insbesondere der Bedarf nach Freilandeiern ist in den vergangenen zwei Jahren deutlich gestiegen. Gleichzeitig stösst die Produktion in der Schweiz an Grenzen. Auch bei der Migros spricht man weiterhin von einer «angespannten Versorgungslage» bei Schweizer Eiern – vor allem kurz vor den Feiertagen.

Zwischen 2023 und 2024 legte der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch bei Eiern laut dem Bundesamt für Landwirtschaft bereits um 4,7 Prozent zu, von 188 auf 198. Die Zahlen für 2025 liegen noch nicht vor. Daniel Würgler, Präsident des Eierproduzentenverbands Gallosuisse rechnet aber mit einem erneut deutlichen Anstieg, noch über dem Vorjahresniveau.

Produktion kann nicht mithalten

Die Schweizer Eierproduzenten hätten 2025 ihren Output zwar um etwa 4 bis 5 Prozent erhöht, von 1,1 auf 1,2 Milliarden Schweizer Eier pro Jahr, so der Verband. Das reiche aber nicht aus, um die zusätzliche Nachfrage, welche primär durch den Protein-Trend in der Ernährung getrieben werde, zu kompensieren. Auch Würgler beurteilt die Lage als angespannt, rechnet aber nicht mit grossen Produktengpässen. «Das Schweizer Huhn legt jeden Tag ein frisches Ei, es gibt also täglich frische Ware», sagt er im Gespräch.

Hieraus ergibt sich jedoch auch eine zentrale Herausforderung: Im Winterhalbjahr sind Eier traditionell deutlich stärker gefragt, aber die Produktion kann nicht entsprechend skaliert werden. «Wir können nicht einfach mehr Hühner in bestehende Ställe stecken, es gibt strenge Platzvorgaben. Und bis ein neuer Produzent den Betrieb aufnehmen kann, dauert es etwa vier bis sechs Jahre», sagt Würgler.

Detailhändler setzen auf Importe

Um leere Regale zu vermeiden, greifen die Detailhändler vermehrt auf importierte Eier zurück. Die Migros will damit sicherstellen, dass die Regale während der Osterzeit ausreichend gefüllt bleiben. Auch Coop bereitet sich mit zusätzlichen Importen vor. Um die hohe Nachfrage decken zu können, werde das Import-Sortiment «punktuell» erweitert. Schweizer Eier hätten jedoch weiterhin Priorität, betont der Detailhändler.

Ähnlich äussert sich Lidl Schweiz. Der Discounter stellt ebenfalls fest, dass die Marktlage angespannt sei und es teilweise zu Engpässen komme. Trotzdem zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich, genügend Eier anbieten zu können. Sollte ein Produkt kurzfristig ausverkauft sein, stünden in der Regel Alternativen bereit. Ganz ausschliessen lassen sich leere Fächer dennoch nicht.

Trotz der angespannten Lage rechnen die Detailhändler derzeit nicht mit deutlichen Preissprüngen. Coop geht davon aus, dass die Eierpreise in naher Zukunft grundsätzlich stabil bleiben.

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