Die Bluu GmbH will Ende 2023 Fisch aus dem Bioreaktor auf den Markt bringen. Wie das Fraunhofer-Entwicklungszentrum für Marine und Zelluläre Biotechnologie (EMB) in der vergangenen Woche berichtete, sollen die Produkte zunächst über Restaurants vermarktet werden.
Später sollen dann auch Supermärkte beliefert werden. Angeboten würden zunächst hybride Produkte wie Fischbällchen, Fischstäbchen und Fischtartar, die sich aus einem Mix aus Zellkomponenten und pflanzlichen Proteinen zusammensetzten. Ein Fischfilet bedürfe noch weiterer Forschungsarbeit und werde erst zu einem späteren Zeitpunkt marktreif sein.
Im Bioreaktor gezüchtet
Nach Angaben des EMB ist die Bluu GmbH eine Ausgründung der Forschungseinrichtung und das erste Unternehmen Europas, das sich auf die Entwicklung und Herstellung von zellbasiertem Fisch spezialisiert hat. Die Produkte würden aus echten Fischzellen hergestellt und im Bioreaktor gezüchtet.
Derzeit umfasse der Reaktor allerdings maximal 5 l, für ein markfähiges Produkt seien jedoch größere Fassungsvermögen notwendig. Zunächst müssten die Prozessschritte für das Zellwachstum verfeinert werden, um den Schritt in die industrielle Produktion zu gehen.
Hoher Nährwert
Dem EMB zufolge hat die zellbasierte Fischproduktion gegenüber den herkömmlichen Methoden viele Vorteile. Aktuell seien 30 % aller Fischbestände überfischt und 60 % würden maximal bewirtschaftet. Die nicht landbasierte Aquakultur führe zu einer Verschmutzung der Meere und zur Eutrophierung der Gewässer, insbesondere in Bereichen mit wenig Strömung.
Weitere Vorteile des Laborfisches seien der hohe Nährwert sowie die Verfügbarkeit und kurze Lieferketten. Fischprodukte aus Fischzellen seien zudem frei von Gentechnik, Antibiotika und Umweltgiften und könnten bedarfsgerecht dezentral erzeugt werden


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