2021 wurden rund ein Drittel mehr exotische Früchte importiert als 2010. Zitrusfrüchte verzeichneten einen Anstieg von rund 18 %. Die mit Abstand bedeutendsten Produktgruppen waren Bananen und Orangen. Wachstumstreiber waren Avocados bei Exoten und Zitronen/Limetten bei Zitrusfrüchten. Die Früchte werden im Winter zur Konkurrenz für einheimische Äpfel.
In der Schweiz haben von 2010 bis 2021 die Einfuhren von Exoten (+23 Mio. kg auf 153 Mio. kg) und Zitrusfrüchten (+48 Mio. kg auf 193 Mio. kg) deutlich zugenommen. Die mit Abstand bedeutendsten Produktgruppen waren Bananen (2020: 102 Mio. kg) und Orangen (2020: 74 Mio. kg). Neben den Mengen hat sich auch das Preisniveau von Zitrusfrüchten und exotischen Früchten in der betrachteten Periode erhöht.
Die durchschnittlichen Importpreise lagen 2021 bei 1.40 Fr./kg für Zitrusfrüchte und 1.89 Fr./kg für exotische Früchte. Das sind 8 % bzw. 9 % mehr als im Jahr 2010. Folglich wuchs der Wert der Einfuhren aufgrund deutlich grösserer Einfuhrmengen sowie leicht gestiegener Durchschnittspreisen. Der Einfuhrwert von Zitrusfrüchten stieg von 169 auf 215 Mio. CHF (+27 %), während der Wert der importierten exotischen Früchte von 252 auf 366 Mio. CHF stieg (+45 %) erhöhte, schreiben die Marktexperten des Bundesamts für Landwirtschaft (BLW).

BLW
Zitronen/Limetten mit starkem Wachstum
Der Wachstumstreiber unter den Zitrusfrüchten sind Zitronen und Limetten, welche mit 31,6 Mio. kg Einfuhren deren drittgrösste Produktgruppe sind. Ihre Importmengen sind zwischen 2010 und 2019 jedes Jahr durchschnittlich um 4,9 % gestiegen. 2020 verzeichneten sie gegenüber dem Vorjahr nochmals einen Mengenanstieg von 15 %.
Neben den mengenmässig unbedeutenden «anderen Zitrusfrüchten» sind Limetten/Zitronen innerhalb der Zitrusfrüchte eine überdurchschnittlich teure Produktgruppe (ø2010-2020: 1.70 Fr./kg). «Ihr Mengenwachstum trug somit massgeblich dazu bei, dass der Durchschnittspreis der Zitrusfrüchte seit 2010 angestiegen ist», heisst es im Marktbericht.
Bananen dominant
Die exotischen Früchte sind im Gegensatz zu den Zitrusfrüchten eine Sammelkategorie botanisch sehr verschiedener Früchte. Bei ihnen sind Bananen (inkl. Kochbananen) die dominante Produktgruppe mit einer Importmenge von 102 Mio. kg im Jahr 2020. Bananen verzeichneten bis 2019 ein durchschnittliches Wachstum von 2,1 % pro Jahr und haben im Jahr 2020 um weitere 5,5 % zugelegt. Bananen hatten mit einem Durchschnittspreis von 1.10 Fr./kg den günstigsten Durchschnittspreis der ganzen Kategorie.
Die Ananas war unter den exotischen Früchten die Frucht mit dem zweittiefsten Durchschnittspreis (1.20 Fr./kg). Sie ist die einzige Produktgruppe, die sowohl einen negativen Trend in den Jahren 2010 – 2019 (-2,2 % pro Jahr) als auch einen Importrückgang im Jahr 2020 (-2 %) aufweist.

Avocado-Boom hält an
Rasant angestiegen sind die Importmengen von Avocados. Während 2010 noch 6,2 Mio. kg importiert wurden, waren es im Jahr 2019 bereits 16,1 Mio. kg, was einem jährlichen durchschnittlichen Wachstum von 11,3 % entspricht. Im Jahr 2020 wurden schliesslich 18,9 Mio. kg Avocados in die Schweiz importiert, was einer Verdreifachung gegenüber dem Jahr 2010 entspricht.
Avocados haben sich somit im letzten Jahrzehnt zunehmend auf dem Schweizer Speiseplan etabliert, womit sie gemäss Importmenge mittlerweile die zweitbedeutendste exotische Frucht sind. Da Avocados mit einem durchschnittlichen Preis von 3.10 Fr./kg oberhalb des Durchschnitts in der Kategorie liegen, hat ihr Trend wesentlich zum höheren Durchschnittspreis bei exotischen Früchten beigetragen.
Konkurrenz zu Schweizer Äpfel
Die bedeutenden Exoten wie Bananen, Mangos und Avocados verzeichnen eine ganzjährige Präsenz in den Ladenregalen. Jedoch haben Zitrusfrüchte wie Clementinen und Blutorangen eine ausgeprägte Wintersaison. Ausserdem wird das Sortiment der Exoten ab Herbst grösser, z.B. mit grösseren Verkaufsflächen für Kakis im Herbst.
Somit bieten diese Produkte eine zusätzliche Auswahl in einer Zeit, in der das Angebot an Schweizer Früchten und Gemüsen saisonbedingt zurückgeht. «Lediglich diejenigen Schweizer Produkte, die auch im Winter Saison haben (v.a. Lageräpfel und -birnen), erhalten eine Konkurrenz durch diese zusätzlich importierten Früchte», heisst es im Marktbericht.

