Materialberg in der Schweiz wächst

Forschende der Empa haben in einem Synthesebericht die Massen- und Energieflüsse der schweizerischen Volkswirtschaft für das Jahr 2018 aufdeckt. Eine Erkenntnis: Würden sich alle Einwohner so verhalten wie das Fünftel der hiesigen Bevölkerung mit dem vorbildlichsten Lebensstil, liessen sich die gesamten Treibhausgasemissionen der Schweiz um 16 Prozent reduzieren.

Würden sich hingegen alle wie dasjenige Fünftel mit dem unökologischsten Lebensstil verhalten, stiegen die Emissionen um 17 Prozent an, wie die Empa am Donnerstag mitteilte.

Der Bericht zeigt, dass der inländische Materialkonsum netto pro Jahr 87 Millionen Tonnen beträgt. Das sei die nötige Masse, um die Schweizer Volkswirtschaft am Laufen zu halten, so das Forschungsinstitut. Darin seien die Mengen, die recycelt wurden, schon berücksichtigt.

Wer verbraucht wie viel?

Demnach werden 12 Millionen Tonnen endgültig entsorgt, 18 Millionen Tonnen exportiert. Viel Material verbleibe jedoch im System, errechneten die Autoren. So wachse das «Materiallager» der Schweiz pro Jahr um 52 Millionen Tonnen. Das Gesamtgewicht des Materiallagers belaufe sich auf rund 3,2 Milliarden Tonnen. Die Zahlen gelten für das Jahr 2018.

Ein genauerer Blick in die Analysen zeigt etwa, dass der Bausektor pro Jahr 62 Millionen Tonnen Material verschlingt. Der Bereich «Produktion und Konsum» verbrauche knapp 18 Millionen Tonnen, was einem Fünftel der insgesamt verbrauchten Masse entspreche, so die Empa.

Der Bericht legt ebenfalls dar, dass der Treibstoffverbrauch mit knapp 25 Millionen Tonnen rund ein Viertel der jährlichen Treibhausgasemissionen ausmacht. Auf den folgenden Rängen finden sich Brennstoffe, Nahrung für den Menschen, Elektrizität, Stahl, Textilien und Leder sowie chemische Grundstoffe.

Wasserverbrauch nicht erfasst

Im Rahmen des Projekts «MatCH» im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (Bafu) erfassten die Forschenden sämtliche Material- und Energieströme im Bausektor, im Bereich Mobilität sowie der Produktion und dem Konsum der übrigen Güter, die eingeführt, im Inland gewonnen und exportiert werden. Der Rohstoff Wasser floss nicht in die Analysen mit ein.

Die Forschenden stützten sie sich für die Berechnungen auf Statistiken sowie frühere Studien. Unter dem Strich gewährleisteten diese Daten laut den Autoren eine gute Annäherung an die Realität, auch wenn sie die offiziellen statistischen Daten der Bundesbehörden nicht ersetzten.

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