Milchbauern stellen Forderungen an Grossverteiler

Die Krise der Industriemilch spitzt sich zu. Während viele Betriebe ums Überleben kämpfen, stehen in den Regalen vermehrt Importprodukte. In einem Brief fordern die bernjurassischen Bauern die Detailhändler auf, sich klar und dauerhaft zur Schweizer Milch zu bekennen. Sie stellen vier Forderungen.

ome/pd |

Angesichts der aktuellen Krise im Bereich der Industriemilch hat die bernjurassische Landwirtschaftskammer (CAJB) auf ihrer Generalversammlung Mitte März einstimmig beschlossen, sich in einem Brief direkt an die Großhändler als zentrale Akteure im Lebensmittelhandel zu wenden.

«Die Situation ist für zahlreiche Produzentinnen und Produzenten von Industriemilch derzeit äusserst besorgniserregend, und die Nerven liegen blank, insbesondere in unserer Region» heisst es in diesem Apellbrief.

CAJB sucht nicht Konfrontation, sondern Verständnis

Die CAJB verweist auf Statistiken, die zeigen, dass die Bevölkerung wächst, während der Konsum von Milchprodukten stagniert oder nur leicht zunimmt. «Daher ist es für uns unverständlich, dass die in der Schweiz produzierte Milch nicht immer abgesetzt werden kann.»

Nicht repräsentative Stichproben in Supermärkten hätten den Eindruck hinterlassen, dass das anfängliche Engagement nachlässt. «Die CAJB möchte betonen, dass sie nicht in eine Logik der Konfrontation eintreten will, wie sie in gewissen europäischen Ländern zu beobachten ist.» Sie anerkenne auch, dass importierte Produkte attraktivere Margen generieren können.

Vier Forderungen an die Grossverteiler

Die CAJB nimmt die Grossverteiler in die Pflicht. «Die von den Detailhändlern getroffenen Entscheidungen haben einen direkten Einfluss auf die Wertschöpfung der einheimischen Milch und auf die Zukunftsfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe», heisst es in dem Appellbrief. So ruft die CAJB ruft die Grossverteiler dazu auf, ihr Engagement zugunsten der Schweizer Milchprodukte zu bekräftigen. Dies soll insbesondere durch folgende Massnahmen geschehen:

  • eine verstärkte Hervorhebung der einheimischen Produkte in den Regalen,
  • eine Preispolitik, die mit den Realitäten der Produktion im Einklang steht,
  • gezielte Promotionsaktionen zugunsten von Schweizer Produkten,
  • besondere Aufmerksamkeit für das Gleichgewicht zwischen Importprodukten und inländischer Produktion.

Die Unterstützung der einheimischen Produktion dürfe nicht punktuell sein. Sie müsse in eine nachhaltige, verantwortungsvolle und kohärente Strategie eingebettet sein. «Angesichts des Ausmasses der aktuellen Krise ist es unerlässlich, dass alle Akteure der Wertschöpfungskette koordiniert handeln.» Der Detailhandel spiele diesbezüglich eine zentrale Rolle. Die CAJB stehe für einen konstruktiven Austausch zur Verfügung.

Kommentare (3)

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  • Dänu | 21.03.2026
    Dan sofort die Exporte stoppen zu viel Produzieren dan noch die grossen Markieren
  • P.E. | 21.03.2026

    Welcher Lieferant in einer gesunden Marktwirtschaft kann dem Abnehmer vorschreiben zu welchem Preis, Promotionsaktionen,...er die Wahre an den Verbraucher anpreisen soll?


    .(Ohne für die Werbung zu bezahlen)

    • Daniela Nef | 21.03.2026
      Ist doch logosch,dass man Schweizer Produkte verkauft und nicht importierte Hafer oder Sojamilch. Aich sonst keine omportierte Ware. Wenns genug Schweizer Milch hat,dann verkauft man diese und fertig!!!
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