Milchmenge pro Betrieb definieren

Die hundertköpfige Landwirtschaftskammer (Laka) des Schweizer Bauernverbandes stärkt dem Verband der Schweizer Milchproduzenten (SMP) den Rücken. Angebotsüberschüsse sollen künftig vermieden werden.

«Die Laka stellte fest, dass die Segmentierung der Mengen nicht mehr ausreicht, um einen ausgeglichenen Markt sicherzustellen. Die Mitglieder unterstützen deshalb das von den SMP vorgeschlagene Instrument mit dynamischen Referenzmengen auf Betriebsebene.» So steht es in einer Mitteilung des Bauernverbands.

Bei Angebotsüberschüssen sei so sichergestellt, dass alle Lieferanten und damit Erstabnehmer Verantwortung fair verteilt mittrügen. Die Laka fordert die Branchenorganisation Milch (BOM) auf, dieses Instrument zeitnah zu konkretisieren und umzusetzen. SMP-Sprecherin Christa Brügger teilt auf Anfrage mit, die Details seien vergangene Woche in einem Seminar der BOM diskutiert worden. «Was wir bereits sagen können: Jahre mit Regulierung (z.B. 2026) sollen von der Berechnung ausgenommen werden. Mehrproduktion, wie sie momentan vielerorts stattfindet, lohnt sich somit diesbezüglich nicht. Im Gegenteil: Wir können uns nicht erlauben, zu viel Milch zu produzieren.»

Bei der Umsetzung soll die Branche, wohl die BOM, eine wichtige Rolle spielen. Auch der Einbezug der Käsereimilch werde am Seminar diskutiert. Eine Frage ist: Werden auch einzelne Käsereien, die ihren Käse weiterhin verkaufen können, in Krisenzeiten gezwungen werden, bei ihren Lieferanten eine Mengenregulierung durchzusetzen? Was ist mit Firmen wie der Züger Frischkäse AG, die im Frühling sagten, bei ihnen gebe es keine C-Milch und das Fett würden sie selbst verarbeiten? 

Kommentare (7)

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  • Muchel | 05.10.2026
    An die Herren der Mooh, ZMP, und sonstigen Nachfolgeorganisationen der 80iger Planwirtschaft:

    Ihr könnt Euern Namen wechseln wie Ihr wollt, im Kern sind und bleibt Ihr ein Relikt aus den 80igern. Bürokratische Monster mit Wasserköpfen voller Funktionäre, die das Handwerk des Handels nicht verstehen, oder nicht verstehen können.
    Nur weil Ihr es nicht schafft, Eure anvertraute Milch gewinnbringend zu vermarkten, soll jetzt die ganze Schweiz in Solidarhaftung genommen werden?
    Wir waren froh, als das Diktat der allmächtigen Milchverbände gebrochen wurde, dessen Klüngeleien zu Ende waren und man endlich frei atmen durfte.
    Ein weiterer Tipp an diese Funktionäre:
    Hört auf zu heulen, krempelt die Ärmel hoch und macht endlich Eure Arbeit.
  • Hager | 04.10.2026
    Machen wir doch wieder eine Kontingentierung und zementieren wir wieder die Produktion. Auch könnte man den Handel der Kontingente wieder aufleben lassen, und so wieder Unmengen an Kapital in der aktiven Milchwirtschaft vernichten.
    Damit ist endlich wieder ein Instrument geschaffen, dass die Unfähigkeit unserer Repräsentanten in den Gremien kaschieren kann. Ausserdem können sie wieder König spielen und nur den wohlgesonnenen ein bisschen Kontingent zuspielen.
    Das kleine Einmaleins des Kommunismus, nur hatte und hat dieser das Problem, wenn das Geld der anderen ihm ausgeht.
    Haben wir die Zeit wirklich schon vergessen?
  • Ueli Keller Nürensdorf | 01.10.2026
    Das tönt gut. Früher hiess das Milchkontingentierung. Wollen wir das wirklich wiedereinführen ? Als Ex- Milchbauer verfolge ich das Ganze, und habe auch keine durschlagende Lösung. Ich vermute Importe und Einkaufstourismus als grosses Problem.
  • Ex Milchproduzent | 30.09.2026
    Was macht der "kluge" Melker wenn der Milchpreis sinkt? Er melkt noch mehr, damit das Milchgeld gleich bleibt!
    • Talbauer | 30.09.2026
      Der Ex Melker hat bis heute nicht begriffen, dass die Kosten trotzdem stetig weiter steigen, die Milchmenge nicht mehr ist als in den Ausnahmejahren, der Import Jahr für Jahr zunimmt und Verarbeitungskapazitäten sinken. Hoffen wir, der Ex Melker ist bei so einer Objektivität auch Ex Bauer.
    • Ex- melker | 30.09.2026
      Gebe dem Talbauer recht, es gibt verschiedene Faktoren:
      -Kosten steigen, Preis sinkt (das gibs nur in der Landwirtschaft)
      -Import für Veredlungsverkehr
      - Milchpulverwerke die geschlossen werden
      - Jegliche Bemühungen, die Menge der Nachfrage anzupassen werden von den Milchkäufern sabotiert: Züger, PMOs etc.
      -Und hald auch die beschriebenen Mehrmelker: Ich melke vollgas, reduzieren sollen die Anderen...
  • Marc | 29.09.2026
    Ja liebe SMP wie immer habt ihr gepennt. Ein ganzes Jahr gepennt. Das einzige was Euch und der BOM eingefallen ist, ist uns ein schlechtes Futterbaujahr zu wünschen. Nun die vielen CVP Granden haben offensichtlich doch einen direkten Draht zum Herrgott. Das schlechte Jahr ist für viele Tatsache geworden.

    Es gibt nur eine Organisation, welche die Herausforderung annimmt. Über das System von mooh wurde ja berichtet. Es zeigt sich einfach, das nur eine PO unabhängig agieren kann. All das Gefasel von Identifikation mit dem Verarbeiter, alles Bullshit. Das zählt noch bei der Dorfkäserei. Überall sonst gibt es einen Chef Rohstoffbeschaffung. Wir prodizieren Rohstoff! Milch und Käse wird erst wenn abgeladen ist. Wie können all die direkt Lieferanten dies immer noch nicht wissen. Gibts bei Euch Nebel?
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