Milchmenge sinkt drastisch

Landwirte berichten von einem Milchrückgang um 20 bis 30%. Der Hitzestress schwächt das Immunsystem der Kühe. Macht das Bovine Coronavirus die Tiere krank?

Anja Tschannen, Tobias Strahm |

«Extremer Durchfall, Fieber, massiver Rückgang der Milchleistung, Erhöhung der Zellzahlen und Fressunlust», schildert Landwirtin Monika Helfer aus Courlevon FR die Symptome ihrer Kühe. Was vor zwei Wochen mit Einzeltieren anfing, griff rasant auf die ganze Herde über.

Am vergangenen Wochenende: «35 der 55 Holsteinkühe standen auf der Gesundheitsliste des Melkroboters.» Unterdessen hatten laut der Betriebsleiterin 90 Prozent ihrer Tiere gesundheitliche Probleme. Die Milchleistung der Herde ist von 32 kg pro Tier und Tag um knapp ein Drittel auf 22 kg eingebrochen. Manche Tiere würden, laut Helfer, fast keine Milch mehr geben.

Hohe Milchtemperatur

Viele Milchviehhalter – vom Jura in den Sensebezirk, durchs Mittelland bis in die Zentralschweiz – erleben derzeit ähnliche Szenarien. Ein Milchchauffeur aus dem Mittelland spricht von einem Rückgang der Milchmenge im Sammeltank um 20 bis 30 Prozent. So tönt es auch von der Käserei Düdingen FR. «Auch bei uns ist die Milchmenge eingebrochen, geschätzt 15 bis 20 Prozent.»

«Zurzeit werden Proben auf Blauzungenvirus, Schmallenberg und Coronavirus untersucht.»

Beat Berchtold, Tierarzt

Als Ursache nennt Milcheinkäuferin Daniela Weber unter anderem, dass viele Milchproduzenten auf die Winterfütterung umgestellt haben. «Das Gras auf den Weiden in unserer Region fehlt schlicht», so Weber. Jules Stampfli von der Käserei Rottal in Grosswangen LU hörte von einem ihm liefernden Landwirt ebenfalls, dass die Milchtemperatur, die vom Melkroboter gemessen wird, bei vielen Kühen sehr hoch sei.

Jetzt wird auch auf Coronavirus untersucht

In den letzten zwei Wochen wurden die Kühe reihenweise krank. «Eine mögliche Erklärung ist der Hitzestress», so Tierarzt Beat Berchtold. Das Immunsystem sei geschwächt. Erreger, die natürlicherweise auf den Betrieben vorkommen, haben leichtes Spiel. «Ob ein Virus hinter den aktuellen Fällen steckt, ist noch unklar», so Berchtold. Dafür gebe es derzeit zu wenige Untersuchungsergebnisse.

«Zurzeit werden Proben auf Blauzungenvirus, Schmallenberg und Coronavirus untersucht», so der Tierarzt. Neben Viruserkrankungen würden auch andere Ursachen, etwa Durchfallerreger, abgeklärt. Neben den Auswirkungen auf die Tiere belastet die Situation auch viele Landwirtinnen und Landwirte.

Wie sieht es auf euren Betrieben? Ist bei euch die Milchleistung auch eingebrochen? Oder habt ihr keine Probleme? Schreibt es in die Kommentare.

Kommentare (18)

Sortieren nach: Likes | Datum
  • Ik | 24.07.2026
    Liebe Kollegen! Frage , was machen Wustenproduzenten bei 40 Grad bei 45lt Milch pro Kuh/ Tag anders als wir? Zb. Israelis, Saudis und Katarer?Konnen die mit kranken Kuhe Geld verdienen? Was verstehen wir uber die Futterung , Stoffwechsel, was braucht eine Kuh bei Hitze in der Ration? Was gibt’s fur Futter Komponenten bei Hitze? Zb stabilisatoren in der Ration, Fette, Ansauerung, Propionate und noch mehr! Sich mehr Infos aus diesen Landern einholen! Weiterbildung und besser werden!
    • Buur | 28.07.2026
      Ich möchte Sie nicht angreifen Weiterbildung ist gut doch ihre aussauge ist zu extrem und nicht hier alles im gleichen umzusetzen.
      In diesen Ländern ist die Ressourcenvernichtung sehr gross bei Katar und Saudi! „wird sicher kein Geld vom Öl in die Landwirtschaft eingesätzt“.
      Pipeline werden vom Meer gezogen, Wasser muss aufbreitet werden. Flächen für Futter müssen Künstlich bewässert sogar importiert werden. Ställe müssen extremst gekühlt werden. Es wird alles gemacht das die Kuh irgendetwas frisst unter diesen Bedinungen. An solchen Orten dürfte dies gar nicht geben das hat kaum etwas mit gesunder Landwirtschaft zu tun. In Äthiopien oder anderen Ländern denen die Ressourcen fählen gibt die Kuh wenig bis gar keine Milch.
      Diese Trockenheit und wärme ist extrem und nicht jedes Jahr und Geld und anderen Ressourcen sind nicht in Überfluss vorhanden auch nicht in der Schweiz. Wir können sicher etwas daraus lernen von dieser trockenheit doch es ist ein herausforderung.
  • Bütler | 24.07.2026
    Bitte Bauert doch normal.Man hat genügend Beispiele 23-24 ha Land und hält 70 Kühe. Hofdünger müssen abgeführt werden. Hört Hört mal auf auf die Bildungszentren und Verbände zu hören. Die Natur regelt allebesser. Ich Wirtschaftete mit wenig Land ohne Silo. Ich hatte immer genug Rauhfutter und in Trockenen Jahren habe ich mit Heu ausgeholfen ins Fricktal. Ich brauchte so 65a Land pro Gve dabei erzeugte ich zwischen 9000-9300 Kg Milch aus dem Grundfutter.
  • Bütler | 24.07.2026
    Besinnt euch mal zurück unsere vorfahren konnte mit der Situation umgehen. Wenn man kein Gras mehr hatte Fütterte man Heu vom Vorjahr und nahm einfach die Milch die sie gaben. Wenn sie weniger Milch gaben und Kot wie Pferde hatten dann haben sie enorm an Körperkondition zugenommen und blieben Fit.
    • Muchel | 26.07.2026
      Ja genau, man fütterte aus dem Vorrat. Gute fachliche Praxis.
      Jetzt mach mal einen Vorrat geltend bei der Suissebilanz? Da muss immer alles auf Null aufgehen. Das ist der Urfehler.
      Man sollte in einem Jahr, dass wieder gut Futter gibt, einfach mal den Satz "Verkauf an Trockenheit" reinschreiben und 30% dorthin "verkaufen". Mal schauen was die Herren und Damen vom Amt dazu meinen.
  • Schâr | 24.07.2026
    Wir sind mit unseren 72 Milchkühen im Laustall auch betroffen. Silofreie Fütterung knapp 10000 kg Herdenschnitt. Milchrückgang von 32 auf 26 kg/Tag. Die Ersten hat es vor 10 Tagen erwischt. Die haben sich wieder erholt Milchleistung 80-90 % von vorher. Wir haben seit diesem Jahr viel mehr Ventilatoren aber - keine Kühlung. Die Hirzestesssymtome sind dank des starken Luftstroms nicht mehr so ausgeprägt wie in den Vorjahren. Behandlung 1 Kuh Ca+Glukose Einlauf. Andere Boli mit durchfallhemmenden Wirkstoffen. Die halbe Herde ist durch. Die Milchleistung ist um 2kg gestiegen. Dies aber auch dank der Grünmaiszufütterung (gut teigreif) seit 6 Tagen. Unsere Devise "durchseuchen". Die am schlimmsten betroffenen behandeln.
  • Sandra | 24.07.2026
    Hat auch in der Ostschweiz angefangen. Versucht die Tiere homöopathisch zu unterstützen 👍
  • Positiv | 23.07.2026
    Bitte bei mir funktionieren die Kühe keine kranken Tiere und kein Milch Rückgang.
    Bringt doch mal ein Beitrag von Betrieben wo’s funktioniert. Können alle profitieren
    • Nordwestschweizer Bauer | 24.07.2026
      Kommt darauf an, wo du wohnst. In der Ostschweiz ist es noch nicht angekommen.
  • Ketzer | 23.07.2026
    Die Corona Impfung für Kühe muss her, sofort! Die Corona Impfung bei den Menschen war ein voller Erfolg. Es gab keine Nebenwirkungen 💪
  • Peter Gredig | 23.07.2026
    Die Gebete der BOM wurden erhört. Weniger Milch!
    Jetzt wird auch der Preis massiv steigen💰💰💰
  • Holsteinkuh | 23.07.2026
    mein Tip , den Kühen (funktioniert nur im Laufstall ) Duschmöglichkeiten bieten nur benebelundg reicht nicht , ich habe beobachten wie meine Kühe das rege nützen aber es braucht genügend Wasserfluss dass die Tiere richtig nass werden und in Kombination mit dem Venti ist der Kühlefekt noch verstärkt .
  • Haudenschild Rudolf | 22.07.2026

    Liebe Milchproduzenten



    Seit 5 Jahren versuche ich Euch an Vorträgen und in Zeitungsartikeln zu erklären, was in der Kuh biochemisch in den Mägen, im Darm und in den Zellen mut ser Unterverdiegung der Mitochondrien ( Kraftwerke der Zellen) abgeht. Es ist wie bei hochleistungssoirtlern und alren Leuten: Chais in der Verdauung und Verstoffwechslung mir Riesendefiziten mit Glykogen welches für das Immunsystem verbraucht wird und somit bei in der Energieversorgung der Zellen und Organe fehlt. Eine Veränderung der Fütterung kommt


    meist zu spät, weil Zellen bereits abgestorben sind, den Organismus dadurch übersäuern und Zellen und Organe zum Absterben bringen mit Durchfall und Organversagen, Abstossen der Föten und Fieber mit erhöhten Zellzahlen!


    Krankheiten und vorhandene Bakterienherde explodieren:Deshalb richtig Kühlen auf 24 Grad oder auf Slick züchten!



    aber nicht mit Zus Gptterung fpr Euterbgeht, wenn due Köroertemoeratur pber 39 Grad ansteugt

    • Landwirtin | 24.07.2026
      Vielleicht solltest du versuchen, dich nicht an die Landwirte, sondern an die Landwirtinnen zu wenden.
  • Urs Wegmann | 22.07.2026
    Ich beobachte genau das Gleiche, ca. ein Drittel der Herde war/ist betroffen von schlagartigem Milchrückgang, oft aber nicht immer mit Durchfall und ZZ Anstieg gekoppelt, erhöhte Temperatur. Die Fütterung hat nicht geändert, da sehe ich keinen Zusammenhang. Die ersten betroffenen Kühe erholen sich wieder recht gut. Da muss man wohl durch. Wir unterstützen unsere Kühe mit Entzündungshemmern/Schmerzmittel. Dadurch steigt auch die Fresslust wieder etwas an.
  • Ik | 22.07.2026
    Wer glaubt ein Milchpreis muss steigen der irrt, dann kommt mehr Import! Wer die Kühe richtig futtert der hat auch keine kranken Kühe . Mehr Energie in der Ration hat der verbessert das Immunsystem..
    • Bauer 1 | 22.07.2026
      Kannst du schon so sagen..... Es sind eher hochleistungs Betriebe die Zukämpfen haben da wird die Energie Versorgung sowieso stimmen... Ich habe auch viele kühe die so krank sind futterplan alles Energie Versorgung stimmt aber wie soll sie stimmen wenn sie nicht mehr fressen wenn du krank wirst isst du dan immer noch gleich viel zumittag ?
  • Milchbauer | 22.07.2026
    Mehr als 20 Prozent habe Unkraut Toxifit von Animail med gefüttert und jetzt geht es wieder
×

Schreibe einen Kommentar

Kommentar ist erforderlich!

Google Captcha ist erforderlich!

You have reached the limit for comments!

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Hitzestress: Sind Eure Kühe krank?

5.9 % Wir halten keine Milchkühe.
18.6 % Ja, fast die ganze Herde.
16.6 % Ja, mehr als die Hälfte der Herde.
12.3 % Ja, etwa ein Drittel der Herde.
10.3 % Ja, mehrere Tiere.
17.4 % Ja, einzelne Tiere.
19 % Nein

Teilnehmer insgesamt 253

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?