Mykotoxine: Zellzahlen steigen und Leistung sinkt

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Bei feuchtem Wetter bei der Weizenblüte droht Fusarienbefall. Die Folgen zeigen sich im Winter, wenn mykotoxinbelastetes Erntegut verfüttert und eingestreut wird: weniger Milch, höhere Zellzahlen, schlechte Fruchtbarkeit.

Nach viel Regen scheint die Weizenblüte in eine trockene Periode zu fallen – glücklicherweise. Ist es in diesem Zeitraum feucht, steigt das Risiko, dass es zu Fusarieninfektionen kommt.

Im ÖLN können diese Pilze – allerdings mit unsicherem Erfolg – vorbeugend bekämpft werden, nicht aber in Bio-, IP-Suisse- und Extensoweizen.

Kaum sichtbar

Fusarien werden oft unterschätzt, da sie deutlich weniger gut sichtbar sind als etwa Mehltau. Doch sie bilden die giftigen Mykotoxine, die Körner wie auch Stroh belasten. Wird dieses Erntegut im Winter verwendet, kann das Folgen haben.

Die Auswirkungen von Mykotoxinen sind speziell bei Wiederkäuern äusserlich oft nicht zu erkennen: Mykotoxine können laut der deutschen Agrarfirma Josera aber beispielsweise die Pansenfunktion stark beeinträchtigen. Weniger Pansenbakterien bedeuten weniger Pansentätigkeit und somit eine schlechtere Verdaulichkeit von Fasern und Stärke. Eine mögliche Schädigung der Darmschleimhaut führt zu einer dauerhaft verschlechterten Futterverwertung. Die Milchleistung sinkt.

Azidose und Ketose

Durch die Schwächung des Immunsystems drohen Lahmheiten, Pansenazidose oder Ketose. Die Pilzgifte können zu Euter- und Gebärmutterentzündungen führen. Häufig zeigt sich ein erhöhter Zellzahlgehalt in der Milch. Dazu nennt Josera einen Fall, der sich tatsächlich zugetragen hat: In einer Milchviehherde mit 3200 Kühen mit einer Leistung  von 9700kg Milch wurden 800 Mikrogramm Deoxynivalenol sowie 38 Mikrogramm Zearalenon pro kg Trockensubstanz der Mischration nachgewiesen. 53,4 Prozent der Kühe erkrankten deshalb an Euterentzündungen.

Gifte binden

Nach Möglichkeit ist das kontaminierte Futter zu entsorgen. Ist dies nicht machbar, gilt es das Tier bei der Entgiftung zu unterstützen. Dazu gibt es spezifische Mykotoxinbinder. Mykotoxine werden auch durch spezielle Mineralien gebunden und unschädlich ausgeschieden. Bioproteine spalten Mykotoxine in ungiftige Abbauprodukte. 

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