Neue Moosart «Martinsloch-Spalthütchen» in Zürich klassifiziert

sda |

In Glarus ist eine neue Pflanzenart entdeckt worden. Das «Martinsloch-Spalthütchen» (Schistidium foraminis-martini) ist ein Kissenmoos, das in sehr grosser Höhe wächst und deshalb vom Klimawandel bedroht ist. Weltweit ist nur ein weiterer Fundort bekannt – im Tirol.

Dort, auf der Kendlspitze in 3084 Metern Höhe, wurde diese Moosart vor etwa 25 Jahren vom österreichischen Botaniker Heribert Köckinger entdeckt. Das eigenartige Moos aus der im europäischen Hochgebirge weitverbreiteten Gattung Schistidium glich keiner bis dahin in der taxonomischen Literatur beschriebenen Art.

Das Rätsel konnte jetzt gelöst werden, nachdem Thomas Kiebacher vom Institut für Systematische und Evolutionäre Botanik der Universität Zürich am Martinsloch Moos mit denselben Merkmalen fand. Köckinger und Kiebacher haben es zusammen mit dem Norweger Hans F. Blom phylogenetisch analysiert. Sie haben es «Schistidium foraminis-martini» getauft und als bisher unbekannte Species in der Fachzeitschrift «Bryophyte. Diversity and Evolution» beschrieben.

38 Prozent der Schweizer Moose gefährdet

Das Martinsloch-Spalthütchen weist eine warme braune Färbung auf, hat eiförmige, konkave und mutierte Blätter mit abgerundeten Spitzen, Spaltöffnungen sowie ellipsoide Kapseln, die an der Mündung eingeschnürt sind. Kissen aus dem zierlichen Pflänzchen finden sich auf schrägen bis vertikalen Felsflächen, die sporadisch befeuchtet werden, beispielsweise durch Schmelzwasser.

Gemäss der Roten Liste des Bundesamts für Umwelt, Wald und Landschaft gelten 416 der über 1000 bekannten Schweizer Moosarten als gefährdet. Das mit dem Martinsloch-Spalthütchen am nächsten verwandte Schistidium agassizii wurde beispielsweise seit 1966 nicht mehr gesichtet.

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