
Nadine und Urban Dörig, Gastgeber der Bio-Ackerbautage vom 19. und 20. Juni 2026 in Diessenhofen TG.
Christian Pfister
Die Schweizer Bio-Ackerbautage sind Geschichte. Vom 19. bis 20. Juni 2026 haben rund 2'000 Personen den Anlass der Bio-Ackerbaubranche in Diessenhofen TG auf der Domäne Katharinental besucht. Gastgeber waren Nadine und Urban Dörig.
Die Bio-Ackerbautage werden seit 2012 durchgeführt. Der von Bio Suisse und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) gemeinsam mit dem Bildungszentrum Arenenberg und Bio Ostschweiz organisierte Anlass soll unter anderem zur Ausdehnung der Bio-Ackerbaufläche beitragen.
16 Themenposten
Besucher und Besucherinnen konnten sich an beiden Tagen an 16 Themenposten sowie bei Referaten mit dem Fokusthema Bodenfruchtbarkeit auseinandersetzen, wie die Organisatorinnen schreiben.
Anbausysteme wie Streifen- und Dammanbau, vielfältige Sorten und Systemansätze für die Pflege der Bodenqualität und für die Unkrautkontrolle wurden beispielsweise vorgestellt. Fachpersonen aus Beratung und Forschung standen dabei an den Feldposten zu den jeweiligen Themen Rede und Antwort. Bei den Maschinendemonstrationen lag der Fokus auf der digitalisierten Hacktechnik.
Kitas oder Altersheimen
Am Freitagabend fand erstmals ein Netzwerkanlass statt, an dem rund 200 Personen aus der Branche und der regionalen Politik teilnahmen. Am Podium mit Walter Schönholzer (Regierungsrat TG), Philipp Wyss (CEO Coop), Urs Brändli (Präsident Bio Suisse) und Urban Dörig (Betriebsleiter des Gastgeberbetriebs) standen die Mehrwerte von Bio sowie die Frage im Zentrum, welche Stakeholder entlang der Wertschöpfungskette wie stark in die Verantwortung genommen werden sollen.
Urs Brändli sieht hier laut der Mitteilung der Organisatorinnen auch die Politik in der Verantwortung: «Würde die Thurgauer Regierung in ihren Institutionen wie Schulen, Kitas oder Altersheimen nur schon 20 Prozent Bio-Lebensmittel einsetzen, hätte das einen grossen Impakt auf die lokale Landwirtschaft.»
100 Prozent aus Schweizer Knospe-Getreide
Im Rahmen der Bio-Ackerbautage (BAT) orientierte Coop die Medien über ihr «Projekt Fruchtfolge». Coop will laut der entsprechenden Mitteilung seine Bio-Brote zu 100 Prozent aus Schweizer Knospe-Getreide herstellen. Dieses Ziel werde mit einem ganzheitlichen Ansatz verfolgt: Neben Brotgetreide bietet Coop auch Absatzmöglichkeiten für weitere Fruchtfolge-Kulturen aus der Schweiz, darunter Hafer, Hülsenfrüchte oder Ölsaaten.