
Ziel der Studie war es, die Machbarkeit eines dritten Weges neben konventionellem und biologischem Anbau zu erforschen.
Pöttinger
Die Studie stützt sich auf Ergebnisse eines Langzeitexperiments namens «Rés0Pest», das an neun unterschiedlichen Standorten in Frankreich durchgeführt wurde. Demnach können in Anbausystemen ohne Pflanzenschutzmitteleinsatz Erträge erzielt werden, die mit konventionellen Systemen vergleichbar und höher als in biologischen Systemen sind. In einigen Fällen konnten die Betriebe sogar höhere Nettoeinkünfte generieren.
Studie will dritten Weg aufzeigen
Laut der Studie deckten die Standorte ein breites Spektrum an Boden- und Klimabedingungen sowie sozioökonomischen Kontexten ab. An fünf Standorten wurde reiner Ackerbau betrieben, an den übrigen vier wurden Mischsysteme mit Viehhaltung untersucht. Es durften keine Pflanzenschutzmittel, einschliesslich Saatgutbehandlungen, angewendet werden. Allerdings waren der Einsatz von synthetischen Düngemitteln sowie die Bodenbearbeitung erlaubt, womit der Anbau als konventionell angesehen werden muss.
Ziel der Studie war es, die Machbarkeit eines dritten Weges neben konventionellem und biologischem Anbau zu erforschen – eine pflanzenschutzmittelfreie Landwirtschaft auf Basis agroökologischer Pflanzenschutzprinzipien, die da wären: Prophylaxe, eine höhere Vielfalt an Kulturen und die Verbesserung oder zumindest Erhaltung der Bodengesundheit.
In der Studie wurde mit Fruchtfolgen unterschiedlicher Länge – von fünf bis neun Jahren – experimentiert. Die Erträge wurden anschliessend mit Daten des Statistischen Dienstes beim Pariser Landwirtschaftsministerium (Agreste) verglichen. Die Beteiligten betonen, dass Schäden durch Schädlinge und Krankheitserreger im Laufe der Zeit nicht signifikant zugenommen hatten, die Unkrautbekämpfung jedoch eine zentrale Herausforderung blieb.