«Anliegen finden kein Gehör»

2015 wird für die Getreideproduzenten als sehr gutes Erntejahr in Erinnerung bleiben. Auf Stufe Markt und Politik kämpft ihr Verband aber an vielen Fronten. Dieser ruft deshalb auf, am 27. November ein Zeichen zu setzen.

Raphael Bühlmann |

2015 wird für die Getreideproduzenten als sehr gutes Erntejahr in Erinnerung bleiben. Auf Stufe Markt und Politik kämpft ihr Verband aber an vielen Fronten. Dieser ruft deshalb auf, am 27. November ein Zeichen zu setzen.

Die 29. Delegiertenversammlung des Schweizerischen Getreideproduzentenverbands (SGPV) fand gestern in der Seelandhalle in Kerzers FR statt. Dessen Präsident Fritz Glauser hob in seiner Eröffnungsrede die vielschichtigen Besonderheiten des Jahres 2015 heraus.

In Bezug auf die Ernten sei das laufende Jahr das Gegenteil von 2014. «In diesem Jahr werden lediglich 1500 Tonnen Brotgetreide als nicht mahlfähig deklassiert.» Die Märkte seien aber stark von der Aufhebung des Euro-Mindestkurses geprägt gewesen. «Ohne den Einsatz der ganzen Branche könnten die Preise heute viel tiefer sein», so Glauser. So habe man die Richtpreise für Brotgetreide auf demselben Niveau wie 2014 ansetzen können.

Glauser räumte in Kerzers aber auch ein, dass bei der Grenzschutzanpassung bei der Gerste Fehler gemacht worden seien und diese in der Folge zu einem zusätzlichen Marktdruck geführt hätten.

Bessere Positionierung

Für die Zukunft sind sich Bäcker, Müller und auch Produzenten einig, dass das inländische Getreide besser positioniert werden solle. «Es wird Zeit, die Qualität und damit unseren Vorteil gegenüber Importen hervorzuheben», so Glauser.

Bezüglich die Rapsernte 2015 äusserte sich Glauser positiv. Dies bestärke die Richtigkeit der gekürzten Zuteilungsmengen für die Ernte 2016. «Wir sind überzeugt, dass ein rigoroses Mengenmanagement den besten Preis sicherstellt.»

Wie an der letzten DV entschieden, sei der SGPV-Vorstand auch darin bestrebt, mit dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) einen besseren Kontakt zu pflegen. «Wir stellen mit Enttäuschung fest, dass unsere deponierten Anliegen aber wenig Gehör finden.» Und dies, obwohl es in der Branche derzeit um sehr viel gehe.

45000t am Schoggigesetz

Die Zukunft der Ölsaaten- und Getreideproduzenten hänge aktuell stark vom Verhandlungsgeschick weniger Regierungsvertreter ab. Einerseits gelte es bei den Freihandelsabkommen mit Malaysia und Indonesien die Zollabgaben für Palmöl an der Grenze zu verteidigen. Ausserdem müsse  das Schoggigesetz zudem bei den WTO-Verhandlungen in Nairobi beibehalten werden. Das Schoggigesetz ermögliche den Absatz von 45000t Brotgetreide im Export. «Das Schoggigesetz hat sich bewährt. Die Mittel sind so am effizientesten eingesetzt, so Glauser

Das Wetter heute in

Lesershop

Hier gehts zum Lesershop

Umfrage

Milchkrise: Machen die Verbände genug?

65 % Nein
14.5 % Ja, guter Einsatz
3.4 % Weiss nicht
17.1 % Es könnte mehr sein

Teilnehmer insgesamt 386

Zur aktuellen Umfrage

Bekanntschaften

Suchen Sie Kollegen und Kolleginnen für Freizeit und Hobbies? Oder eine Lebenspartnerin oder einen Lebenspartner?