Bauern erhalten knapp die Hälfte

Die Zuckerpreise im Handel steigen. Doch die Zuckerrüben- Produzenten sehen frühstens im Sommer etwas davon, und auch dann nur die Hälfte.

Samuel Krähenbühl |

Die Zuckerpreise im Handel steigen. Doch die Zuckerrüben- Produzenten sehen frühstens im Sommer etwas davon, und auch dann nur die Hälfte.

Die Migros hat die Preise von Zuckerprodukten erhöht, weil die Zuckerfabriken Aarberg und Frauenfeld (ZAF) ihrerseits die Preise erhöht haben (siehe «Schweizer Bauer» vom 1. Februar). Grund dafür sind allerdings nicht gestiegene Zuckerrübenpreise hierzulande, sondern das komplizierte Marktregime, bei dem die EU und der Weltmarkt die Schweizer Preise beeinflussen. «Der Zuckerpreis in der EU bestimmt auch denjenigen in der Schweiz. Deshalb stiegen die Preise der Migros trotz Schweizer Grossernten», heisst es im neusten Migros-Magazin. Doch was passiert mit der zusätzlichen Marge, welche die ZAF durch die höheren Preise im Handel erzielt?

Rübengeld enthält variable Komponente

«Die Branchenvereinbarungen der Pflanzer mit der ZAF sehen ausdrücklich vor, dass ein Teil des Rübengelds aufgrund des Geschäftsergebnisses der ZAF ausbezahlt wird», erklärt Samuel Keiser, Präsident der Schweizer Zuckerrübenproduzenten. Im Rübenrichtpreis  von aktuell 53 Franken sei eine variable Komponente enthalten, die je nach EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) einen höheren oder niedrigeren Rübenpreis zur Folge haben könne.  «Die ersten 8% gehören der ZAF, die nächsten 4% den Zuckerrübenproduzenten», erklärt Keiser.  Dies seien konkret die 5 Franken, durch welche der Richtpreis von 48 auf 53 Franken pro Tonne aufgebessert werde: «Wenn noch mehr Gewinn bleibt, dann wird der Rest halbiert.» Konkret heisst dies also, dass insgesamt etwas weniger als die Hälfte des zusätzlichen Gewinns an die Pflanzer geht.

Bonus erst im Sommer

Können sich die Produzenten darauf freuen, dass sie einen zünftigen Bonus erhalten. Keiser will noch nichts verschreien: «Das Geschäftsjahr geht vom September bis August. Es ist noch viel Zucker zu verkaufen.» Erst im Juni sei sichtbar, wo es durchgehen soll. Dann gebe es im Juli eine dritte und letzte Zahlung.

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