
Zusätzlich zum akuten Wassermangel haben die wiederholten Hitzewellen die Rübenbestände stark belastet. Der starke Rüsslerbefall hat die Situation noch verschärft.
Fibl
Seit der ersten Erhebung hat es im gesamten Anbaugebiet nur sehr wenig geregnet. Zusätzlich zum akuten Wassermangel haben die wiederholten Hitzewellen die Rübenbestände stark belastet. Zudem hat der starke Rüsslerbefall die Situation noch verschärft. Parzellen, auf denen die Rüssler bekämpft wurden, haben die Rüben die Hitze besser überstanden und könnten allfällige Niederschläge noch in Wachstum umsetzen.
In beiden Regionen nahm der Ertrag um 14 t/ha auf 50 t/ha zu, was rund 20 t/ha unter dem Durchschnitt liegt. Die Erfahrungen zeigen, dass die Erhebungsergebnisse oft auch dem Endergebnis entsprechen. Die Erhebungen werden von Hand durchgeführt und liegen deshalb 15 bis 20 Prozent höher als bei der maschinellen Ernte. Immerhin ist der Zuckergehalt sehr hoch. Dadurch kann der geringe Ertrag teilweise kompensiert werden, womit eine höhere Zuckerproduktion pro Hektare erreicht wird, die mit dem schlechten Blattlausjahr 2021 vergleichbar ist. Die hohen Amino-N-Werte werden die Zuckerverluste erhöhen.
Inzwischen scheinen sich die Temperaturen etwas abzukühlen. Es wären jedoch zwingend weitere Niederschläge erforderlich, um bis zur Ernte noch auf einen Ertragszuwachs hoffen zu können. Der Anteil der Parzellen mit gesunden Blättern und intakten Rüben ist in der Ostschweiz höher als in der Westschweiz. Im Westen rechnet die Schweizer Zucker (SZU) AG mit einem Totalausfall von 400 bis 800 ha. Pflanzer werden aufgefordert, Totalausfälle der SZU zu melden, damit die Logistik geplant werden kann.
Mit den sinkenden Temperaturen nimmt das Risiko von Sekundärinfektionen ab. Bis Ende Oktober wird empfohlen, die Rüben möglichst nahe am Verladetermin zu roden, da sie sich im Boden besser halten als in Mieten. Die Verladepläne bleiben bestehen. Weiter wird empfohlen, betroffene Parzellen zu überwachen und ein allfälliges Auftreten von Fäulnis zu melden. Weitere Informationen erhalten die Pflanzer über die Beta-Swiss-App. In Frauenfeld TG beginnt die Verarbeitung der Biorüben am 11. September.